Es gibt Filme, die man wirklich gerne gut finden möchte, auch wenn man insgeheim schon weiß, dass sie vermutlich nichts taugen werden.
THE GRUDGE war durch ihre Episodenhaftigkeit eine höchst interessante und sehr effektive Horrorserie, die selbst in der frühen TV-Optik, in den mainstreamigeren US-Remakes und in den zahlreichen japanischen Sequels, von denen hierzulande viele ungesehen blieben, noch manch echten Schrecken verbreiten konnte.
Der mittlerweile dreizehnte (!) Film der Reihe innerhalb von 20 Jahren wurde von Nicolas Pesce geschrieben und inszeniert, was insofern hoffen ließ, als Pesces Debüt THE EYES OF MY MOTHER mit der atmosphärischste und grausamste Psychohorror der letzten Jahre war. Sein Nachfolger PIERCING war eine unentschiedene Giallo-Stilübung. Nun liegt die Vermutung nahe, dass sein originäres Kreativpotenzial im Erstling komplett verbraucht wurde.
Das GRUDGE Reboot (hoffentlich nicht!) hat nichts mehr von der spooky Atmosphäre der Originale, selbst die US-Remakes waren deutlich gelungener. Der Film lebt einzig von seinen billigen Jumpscares und die werden so plakativ angekündigt und ausgewalzt, dass man schon fast meint, es hier mit einer Parodie zu tun zu haben. Also entweder Pesce kann es nicht besser, oder das hier sind schlichtweg 90 Minuten Arbeitsverweigerung.