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In einem Frankfurter Hochhaus hat ein Expressfahrstuhl eine Störung, darin befinden sich vier Passagiere. Der stille Alarm wird von dem trantütigen Portier nicht bemerkt und so findet sich die Zwangsgesellschaft am Freitag Abend in einem menschenleeren Haus wieder, schnell versuchen sie es auf eigene Faust. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan, denn der großmäulige Jörg (Götz George) und der junge Sponti Pit (Hannes Jaenicke) geraten schnell in ein Kompetenzgerangel. Nur mühselig legen sie ihre Streitereien beiseite, um gemeinsam über das Dach der Kabine nach außen zu gelangen. Dabei begeben sie sich zwar in die allbekannte Gefahr, die Fahrstuhlthriller so mit sich bringen, überraschen jedoch einige Male, da die sich unbekannten Figuren immer mehr untereinander verstrickt sind. Pit verguckt sich in die Ex-Freundin von Jörg und der stille alte Mann offenbart unfreiwillig sein Geheimnis, als seine Tasche aufgeht und über eine halbe Million in Scheinen herabrieselt. Das Versteckspielen löst sich allmählich auf und immer mehr macht sich die Gewissheit breit, dass sie alle ernsthaft in Gefahr sind. Dazu nutzt Carl Schenkel die klaustrophobische Enge und den düsteren Schacht, mit einer Vor- oder Nachgeschichte hält sich "Abwärts" nicht lange auf. Somit bietet dieser frühe deutsche Thriller eine mit minimalem Aufwand inszenierte gar nicht mal so schlechte Story, die nur etwas unspannend umgesetzt wurde. Manche Menschen reagieren in solchen Situationen zwar merkwürdig, doch ob man denn nun zwischen Drahtseilakten eine Liebelei anfangen muss, ist ebenfalls fraglich. Trotzdem funktionieren die Charakterbeschreibungen recht vernünftig, sowohl Götz George als auch Hannes Jaenicke bieten mehr als Eindimensionalität. Wolfgang Kieling geht als bürokratischer, in die Jahre gekommener Buchhalter leider ein wenig unter und kommt eigentlich erst in der zweiten Hälfte ins Spiel. Einzige Fehlbesetzung dieses Kammerspiels ist Renée Soutendijk, sowohl als Schauspielerin als auch als vermeintlich sexy Blondine. Zugegeben ist das Ganze nicht so platt wie "Down" beispielsweise, jedoch auch nicht wirklich adrenalinfördernd. Die Actionszenen und Effekte können gegen Hollywood nicht anstinken, die teils witzigen und auch dramatischen Dialoge sind da schon besser.

Fazit: Nichts für Action-Tempo-Fanatiker, doch für einen frühen deutschen Thriller nicht verkehrt. 4/10 Punkten

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