Oh, Hannes Jaenicke hat mal mit Götz George gespielt und war nicht schon immer nur ein Schwätzer. Korrigiere, er hat mal mit Götz George gespielt. Hier scheint er Schimanski fragen zu wollen, "alles klar Herr Kommissar?". Das passt also mit der Rolle, jung, wild, grundlegend Anti, auch schon verbittert, aber anders. Der Götz ist wie immer der Götz, Wolfgang Kieling ist das Wort Auslaufmodell auf die Stirn tätowiert und Frau Soutendijk mimt die Femme Fatale. Letzteres wie gehabt nicht in meiner Welt! Dazu noch Klaus Wennemann und Ralf Richter, mit dem zelebrierten Vorurteil: alle Handwerker sind großschnäuzige Primitivlinge. Auch sonst befinden wir uns im fantastischen Film. Eine wilde Figurenkonstellation in einem unmöglichen Szenario. Filmreif, aber nur in Hollywood. Der Rest der Kino-Welt versucht sich eher am echten Leben. Unrealistisch ist trotzdem nicht unbedingt unglaubhaft, und diesen Spagat gilt es für einen Film zu schaffen. Anfangs gelingt das meiner Meinung nach so gar nicht, das gespielte Drehbuch-Konstrukt. Gekünstelt, das kann der deutsche Film, nicht erst seit den 2000ern. Trotzdem auf jeden Fall ein Lob, immerhin mal Genre. Wenn es im Verlauf nicht um Hintergründe, sondern die Umstände geht, sprich das an sich spannende Fahrstuhlszenario, funktioniert der Thrill. Ich denke hier muss man in der richtigen Stimmung sein, je nach dem wird das durchschnittlich gut oder durchschnittlich schlecht. Auf jeden Fall nicht langweilig, das ist doch schon mal die halbe Miete.