Aus der Kategorie `Filme die außer an Heiligabend unerträglich sind´ stammt die Variation von Aschenputtel, die auf ein eher junges Publikum zugeschnitten ist. Regisseurin Michelle Johnston kann in ihrer Vita auf einige Erfahrung in Sachen Choreographie und Tanz zurückblicken, was ihr im musikalischen Bereich jedoch nicht weiterhilft.
Kat (Laura Marano) leidet unter dem gehässigen Verhalten ihrer Stiefmutter und den zwei Stiefschwestern. In der Vorweihnachtszeit arbeitet sie als Elf verkleidet und versteht sich blendend mit dem dort als Weihnachtsmann arbeitenden Nick (Gregg Sulkin). Noch ahnt sie nicht, dass sich hinter der Maskerade der Sohn eines Milliardärs verbirgt, bei dem schon bald eine Wohltätigkeitsgala steigen soll…
Das Grundgerüst von Aschenputtel wurde natürlich beibehalten: Ein Kind leidet unter dem Tod des Vaters und der schlechten Behandlung durch die unfreiwillige Restfamilie, es gibt einen begehrenswerten Prinzen und statt eines Balls eine Gala. Die Sachen mit dem verlorenen Schuh und der Schüssel mit den Erbsen sind nicht mehr allzu zeitgemäß, weshalb Kat als Sängerin und Songwriterin unterwegs ist und natürlich eines Tages die großen Bühnen erobern will. Das untermauert auch direkt die erste Viertelstunde, in der gleich drei nicht wirklich weihnachtliche Lieder vorgetragen werden.
Traditionelle Weihnachtslieder, und damit ist nicht „Last Christmas“ von Wham! gemeint, hätten auch nicht ins Ambiente gepasst, doch die lieblos produzierten Songs verderben eher die weihnachtliche Stimmung der ansonsten kunterbunten Ausstattung. Zumal beim Gesang recht häufig Autotune zum Einsatz kommt, was bei einem finalen Auftritt vor Publikum alles andere als glaubhaft rüberkommt und eher nahe legen könnte, dass Laura Marano im Studio einige Töne versemmelte.
Was neben dem Mops Bruno ein wenig Laune bereitet, ist das völlig überzogene Gehabe der drei Giftnattern, was auf der Gala seinen herrlich überspitzten Höhepunkt findet und zu einiger Situationskomik führt. Ansonsten ist es mit den humorigen Einlagen nicht weit her, die Romanze läuft in allen Belangen vorhersehbar ab und am Ende wird nicht mehr vermittelt, als an seinen Träume festzuhalten. Guter Grundsatz, aber wenn letztlich doch wieder nur das liebe Geld weiterhilft, ist es mit der Romantik weitgehend dahin.
Figuren ohne Ecken und Kanten, viel Tanz und Gesang, aber wenig Inhalt und noch weniger Charme. Trotz der bemühten Darsteller und dem passablen Timing kommt hier allenfalls in Ansätzen Weihnachtsstimmung auf, die spätestens beim nächsten, technisch frisierten Singsang vollends verpufft.
3,5 von 10