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Ein Serienkiller macht die Stadt unsicher, der es auf Cops abgesehen hat und seinen Opfern als Visitenkarte ein Messer in den Hals sticht. Der in dem Fall ermittelnde Detective Gary Yanuck, der sich aktuell zudem auch noch mit einer internen Untersuchung herumplagen muss, weil er beschuldigt wird, eine Kollegin sexuell belästigt zu haben, erhält von seinem Vorgesetzten Lieutenant Whitmire die junge Polizistin Lynn Reilly als Unterstützung zugeteilt... die sich zudem natürlich auch gut als Leumundszeugin in einem eventuellen Verfahren gegen ihn machen würde. Wie Yanuck allerdings bald schon herausfinden muss, ist Lynn eine Schlafwandlerin und befindet sich zudem auch in psychiatrischer Behandlung, weil sie aufgrund eines offenbar traumatischen Ereignisses jedwede Erinnerung an ihre nur wenige Monate andauernde Ehe verdrängt hat. Von dem Schlaf-Forscher Sadler erfährt der Detective, dass es durchaus schon vorgekommen ist, dass Menschen im Tiefschlaf herumgewandelt sind und sogar Morde begangen haben, ohne sich nach dem Aufwachen an die Taten erinnern zu können. Als Yanuck dann auch noch herausfindet, dass sämtliche bisherigen Opfer des Killers in Lynns Jahrgang an der Polizei-Schule waren, kommt ihm ein schrecklicher Verdacht... Der in Hollywood sonst gemeinhin auf Bösewichte abonnierte Michael Ironside hat als ausführender Produzent dieses kanadischen Kabel-TV-Psycho-Thrillers höchstpersönlich dafür gesorgt, zur Abwechslung mal eine etwas ambivalenter gezeichnete Figur zum Besten geben zu können: Sein Detective Yanuck ist bereits in seiner Anlegung kein gänzlich blütenweißer Charakter und bietet Ironside deshalb auch eine gute Gelegenheit, mit einer etwas größeren darstellerischen Bandbreite und differenzierterem Spiel zu glänzen... und so ist "Das Achte Opfer" trotz eher unspektakulärer Machart und bereits oft gesehener Geschichte doch ein recht dankbares Star-Vehikel für ihn, zumal er ja auch so ziemlich in jeder einzelnen Szene im Mittelpunkt steht und die Angelegenheit demnach beinahe im Alleingang tragen muss. Okay, mit überraschenden Wendungen und echten Schocks jedweder Art wird hier doch ein wenig geknausert, aber dafür ist der Sexual-Harassment-Subplot nicht nur laues Windowdressing im Hintergrund, sondern generiert tatsächlich zwischen den Zeilen einen thematischen Mehrwert, der dem Film ein wenig echte Substanz abseits seiner ausgelatschten Murder-Mystery-Pfade verleiht. Da das Ganze zudem noch aus einer Zeit stammt, in der B- und Fernseh-Vielfilmer Paul Ziller noch nicht unbeteiligt im Akkord die Creature-Features für den Syfy-Channel runtergekurbelt hat, gibt dieser sich auch inszenatorisch keine Blöße und so mag "Das Achte Opfer" insgesamt besehen doch glatt als eine seiner besten Arbeiten gelten, zumal da auch bekannte Namen wie Craig T. Nelson, M. Emmett Walsh und Marshall Bell in kleineren Nebenrollen den Cast nicht unerheblich aufwerten. Recht augenfällig ist zudem der Schluss, der den vorgefassten Zuschauer-Erwartungen irgendwie mit Gusto zuwiderläuft, aber dafür den Character-Arc des Protagonisten recht passend vollendet. Unterm Strich solider, gehobener Durchschnitt... und damit doch ein wenig besser als Zillers Serienkiller-Filmchen "Double Suspicion" aus dem Vorjahr, welches seinen Hauptdarsteller Gary Busey noch völlig verschenkt hatte...

6/10

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