Herbert West wird zum dritten Mal auf das Publikum losgelassen, doch „Beyond Re-Animator“ zeigt bereits Ermüdungserscheinungen.
Herbert West (Jeffrey Combs) ist der Erfinder jenes grün leuchtenden Serums, welches Leichen reanimiert. Unglücklicherweise erweisen sich die Reanimierten als mordlustiges Völkchen, wie man aus den Vorgängern weiß und die Auftaktsequenz noch mal in Erinnerung ruft. Hier metzelt eine wandelnde Leiche die Schwester des kleinen Howard Phillips dahin, der sowohl dies als auch Wests anschließende Verhaftung mit ansieht. Leider ist der Auftakt weder so richtig Grusel noch wirklich Splatter, sodass der Zuschauer bereits mit einem unbefriedigten Gefühl in den Film startet.
13 Jahre später: West sitzt im Knast, kann jedoch als Mediziner dort ein wenig arbeiten und seine Experimente im Geheimen fortführen. Sein neuer Chef wird ausgerechnet der inzwischen erwachsene Howard (Jason Barry), der jedoch begeistert von Wests Forschungen ist und mit ihm arbeiten will. Das ist schon mal wenig originell, denn über weite Strecken kopiert „Beyond Re-Animator“ die Story des ersten Teils nur mit einem neuen Sidekick.
Doch wie im ersten Teil läuft das Ganze natürlich schief. Zwar glaubt West eine Möglichkeit gefunden zu haben, den wandelnden Leichen Verstand zu verpassen, doch sie wurde noch nicht getestet. Und „Beyond Re-Animator“ wäre kein Splatterfilm, wenn das nicht zu blutigen Turbulenzen führen würde…
Auf der Plotseite ist Brian Yuzna und seinen Jungs wenig eingefallen, denn „Beyond Re-Animator“ folgt dem Schema des ersten Teils und bietet wenige Überraschungen. Stattdessen schlagen die Experimente immer abstrusere Kreise, doch dem Zuschauer ist anhand der Charakterzeichnung schnell klar, wenn es erwischen wird und wer noch mal mit dem Leben davonkommt. Da geht natürlich Spannung flöten, doch trotz dieses Mankos hat „Beyond Re-Animator“ seine Qualitäten.
Da wäre zum einen natürlich die handwerkliche Seite, denn was die Splattereffekte angeht, hat Brian Yuznas Truppe echt ganze Arbeit geleistet. Da wird gesplattert, Leute zerteilt und Gliedmaßen abgetrennt – und es sieht alles wirklich top aus. Allerdings wirken die Effekte etwas grimmiger und düsterer, da bis auf wenige Ausnahmen (z.B. die Rattenszene während des Abspanns) der Humoranteil zurückgefahren wurde, der Teil eins auszeichnete.
So finden sich die meisten Gags in den trockenen Kommentaren Wests, die jedoch mal wieder schön sarkastisch rüberkommen. Zwar vermisst man die absurde Komik des ersten Teils, aber wenn Combs loslegt und selbst das größte Gemetzel noch mit einem sarkastischen Spruch hinnimmt, dann kann man sich schon amüsieren. So macht die Komik dann auch die zahlreichen, abgedroschenen Klischees vom supersadistischen Gefängnisdirektor bis hin zur gnadenlos karrieregeilen Reporterin immerhin halbwegs erträglich.
So macht Jeffrey Combs hier auch darstellerisch ganz einfach die beste Figur in seiner Paraderolle. Jason Barry hingegen wirkt herzlich blass und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, während der Rest der Horde sich kaum Mühe gibt gegen die Klischeerollen anzuspielen und daher auch wenig Nennenswertes leistet.
Doch trotz nicht allzu innovativer Story und zurückgefahrenem Humoranteil macht „Beyond Re-Animator“ durchaus Freude. Dies liegt an den sehr gut getricksten Splatterszenen sowie Jeffrey Combs’ umwerfender Performance, die „Beyond Re-Animator“ ganz unterhaltsam machen.