Dr.Herbert West is back! Lange mußten wir auf seine Rückkehr warten, doch nun hat ihn Regisseur Brian Yuzna für die Leinwand wiedererweckt!
Inhaltlich schließt der dritte Teil nahtlos an seinen Vorgänger an: Die Gruft, in der West und Cain in „Bride of Re-Animator“ ihre Experimente durchgeführt haben, ist eingestürzt, doch einer der deformierten „Wiedererweckten“ ist entkommen und greift die Bewohner eines nahe gelegenes Hauses an, wobei er ein jugendliches Mädchen im Beisein ihres kleinen Bruders tötet, bevor herbeigeeilte Cops den Untoten fachmännisch zerlegen. Auch West himself hat überlebt und wird umgehend verhaftet, verliert aber eine Spritze seines „Re-Agents“, welche der Bruder der Toten findet und behält...
13 Jahre später: Der überlebende Junge ist inzwischen erwachsen und selbst Mediziner, fasziniert von der Arbeit des Dr.West. Der sitzt seit den Vorfällen von damals in einem Gefängnis ein, in welches sich der junge Mann nun versetzen lässt und West zu seinem Assistenten macht. Zusammen erschaffen sie neue Vorräte des Re-Agents, doch West war in der Zwischenzeit nicht untätig – er hat es (anhand von Tierversuchen) geschafft, die Seele in Form eines Plasmas zu isolieren, was nun ebenfalls zur Abwendung kommt (auch mal in Form von Rattenseele in einem Menschen)...
Gleichzeitig geht eine Journalistin (die Geliebte des jungen Mediziners) einer Story über West nach und gerät schließlich (wie auch der sadistische Anstaltsleiter) zwischen die Fronten eines Gefängnisaufstandes, bei dem sich Wiedererweckte, Insassen und Wächter gegenseitig an die Gurgel gehen...
„Beyond Re-Animator“ unterscheidet sich nicht nur optisch von seinen Vorgängern, sondern auch in seiner Grundkonstellation und Inszenierungsweise: Die Anfangsszene könnte auch aus jedem x-beliebigen Teenie-Slasher stammen (bis auf den Zombie natürlich), und der Rest des Films spielt ausschließlich hinter Gefängnismauern. Die Liebesgeschichte zwischen dem Arzt und der Journalistin ist nur Nebensache, erinnert aber, wie auch die Intentionen des Arztes, an die alte „Cain“-Rolle – sein Charakter bleibt blass, doch die Journalistin bekommt gegen Ende (zur Untoten mit neuer Seele gewandelt) noch einige klasse Szenen zugesprochen.
West ist noch immer West – trockene Sprüche und pure Lust am Experimentieren – wieder einmal genial verkörpert von Jeffrey Combs! Er trägt den ganzen Film mit seiner Anwesenheit und hebt ihn dadurch auch über den Durchschnitt.
Nach dem guten Anfang braucht der Film seine Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen, doch danach kommen Splatterfans auch mehr oder weniger (= nicht zuviel an Gore und Splatter erwarten, aber eine gute Portion) auf ihre Kosten, wenn Körper platzen oder zerrissen werden...
Yuzna war schon immer für seine grotesk-bizarren Ideen bekannt, hält sich aber im Vergleich zum zweiten Teil etwas zurück, denn es gibt keine Körperteil-Kombinationen (Auge / Finger) mehr – trotzdem gibt es auch hier schräge Highlights, wie zum Beispiel der Anstaltsleiter mit der Rattenseele, wenn eine Ratte mit einem abgebissenen Penis (!) kämpft, oder sich ein Junkie eine Überdosis des Re-Agents fixt...
Der ganze Film ist nicht mehr so blutig und grotesk wie die Vorgänger – aber trotzdem geht es auch in diesem Fall hart zur Sache.
Minuspunkte gebe ich dafür, dass der Film ganz offensichtlich in Spanien gedreht wurde, jedoch in den USA spielen soll – Darsteller (viele Spanier), Locations (das Gefängnis / die Aufnahmen der Umgebung) und Ausstattung (Polizeiautos und Uniformen) können diesen Eindruck jedoch nicht wirklich vermitteln. Die Figur des Dean Cain wird leider zu keiner Sekunde mehr erwähnt, und es gibt einige kleine Längen in der ersten Hälfte (etwas mehr Tempo in diesem Bereich hätte nicht geschadet).
Wer Filme von Brian Yuzna nicht mag, wird in diesem Fall ebenfalls einiges zu meckern haben, so wie Fans des Originals, die sich schon mit der Fortsetzung nicht so recht anfreunden konnten. Freunde des schrägen, schwarzen und grotesken Humors kommen jedoch auf ihre Kosten – bis auf die o.g. Kritikpunkte auf jeden Fall eine interessante Weiterführung der Filmserie, die mit dem Gefängniselement neue Wege geht und somit nicht zu einer bloßen Kopie verkommt.
Insgesamt gebe ich 7 von 10, hauptsächlich wegen dem großartigen Jeffrey Combs.