Wer schon immer Angst vor Achterbahnen hatte, findet hier wohl auch nicht gerade die ideale Therapie zur Bewältigung dieser Phobie. Aber Freunde ordentlicher Thriller-Kost kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Amerikas Vergnügungsparks sind nicht mehr sicher, denn ein Bombenleger (Timothy Bottoms) treibt sein Unwesen vornehmlich mit Achterbahnen. Sicherheitsinspektor Harry Calder (George Segal) versucht gemeinsam mit einem vom FBI-Agenten Hoyt (Richard Widmark) geleiteten Team, dem Saboteur das Handwerk zu legen…
Dieser Streifen hebt sich angenehm vom in den 70er Jahren vorherrschenden Katastrophenfilm ab. Denn entgegen der ansonsten so üblichen Flugzeug-Katastrophen, die reihenweise Gegenstand von Filmen wurden, haben wir es hier endlich einmal mit einer ganz anderen Art der Katastrophe zu tun: der Katastrophe an einem Ort, der landläufig eigentlich für Freude und Unbeschwingtheit steht, dem Vergnügungspark. Der Kontrast zwischen Bedrohung und kindlicher Freude in diesem bunten Umfeld erfährt eine elementare Forcierung durch den jederzeit passenden Score, der sich mal in Leierkasten-Musik und mal in bedrohlich wirkender orchestraler Untermalung wieder findet. Ein musikalischer Kniff, der den Zuschauer noch ein Stück weiter in die Handlung zieht. Zudem hat das Publikum direkt einen starken Bezug zum Gegenspieler des Saboteurs, hat Calder doch neben diesem nicht gerade alltäglichen Problem mit einigen weiteren zu kämpfen, die den Helden richtig schön menschlich, ja (be)greifbar für den Zuschauer machen: zum einen will er sich das Rauchen abgewöhnen, was ihm im Verlaufe des Films nicht so Recht gelingen will, und zum anderen hat er in letzter Zeit seine Familie etwas vernachlässigt, die mehr Präsenz des Familienvaters verlangt. Er ist halt ein Mensch wie du und ich, der sich gerade in einer Extremsituation befindet. Dass „Achterbahn“ niemals wirklich langatmig wirkt, verdankt der Film den geschickt eingestreuten Ego-Perspektiven aus den fahrenden Achterbahnen heraus. So wird man als Zuschauer noch stärker in das Geschehen einbezogen, da man das Gefühl hat, selbst gerade mit einem der gefährdeten Gefährte unterwegs zu sein.
„Rollercoaster“ ist rundum ein gelungener Thriller aus den 70ern. Ein Film, der damals sein Publikum fesselte und auch heute noch Spannung aufzubauen vermag, die bei weitem nicht jeder zeitgenössische Film hinbekommt. 7,5 von 10 Punkten!