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Arachnophobie, die Angst vor Spinnen ist wahrscheinlich weiter verbreitet als die Furcht vor anderen Tieren und im Detail erklären lässt sich dieser Umstand kaum. Somit liefert der Achtbeiner regelmäßig Vorlagen für Tierhorror, an dem sich auch Regiedebütant Micah Gallo versucht.

Krankenpflegerin Kara zieht mit ihren Kindern Jesse und Cambria aufs Land, um eine Stelle beim erkrankten Walter anzunehmen. Dieser hat Zeit seines Lebens Relikte aus aller Welt gesammelt, doch als ein solches zu Bruch geht, wird damit eine Spinnengottheit zutage gefördert, die rasch frische Opfer benötigt…

Gallos Steckenpferd sind eigentlich Spezialeffekte für Thriller und Horror, was man dem Treiben jedoch nur bedingt anmerkt. Die Spinne, rund 50 Zentimeter Durchmesser, ist als eine Mischung aus CGI und Model in Szene gesetzt und bewegt sich weitgehend flüssig, sieht allerdings oftmals zu glänzend nach Plastik aus, wonach ihrer Erscheinung das Organische fehlt. Deutlich besser ist es um die Effekte rund um Body Horror bestellt, doch diese werden leider eher spärlich eingesetzt.

Denn bis der Horror endlich zündet, dominiert Familiendrama mit Trauma zu sehr das Geschehen. Dadurch lässt sich zwar mit den Figuren arbeiten und es gibt kleine emotionale Komponenten, die gegen Finale zünden, doch phasenweise dümpelt der Stoff zu sehr vor sich hin und lässt den Horror weitgehend außen vor. Allerdings schimmert die überaus effektiv arbeitende Kamera immer mal wieder durch, wenn sich der Achtbeiner im neuen Domizil der Familie aufhält, sei es auf dem Dachboden oder unbemerkt in der Badewanne ausharrend.

Zwischendurch versucht man es mit der Egoperspektive der Spinne selbst, was weniger effektiv ist als die menschliche Sichtweise, welche zuweilen bewusst nur knapp an der Bedrohung vorbei schaut. Denn auch für eine überdimensional große Spinne gibt es offenbar genügend Schlupfwinkel, was sich primär im durchaus spannenden Finale offenbart, als es endlich zur Sache geht. Auch hier punkten der Schnitt und das Timing und auch eine kurze Szene nach den Credits entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Neben bekannten Gesichtern wie Bruce Davison und Denise Crosby liefern vor allem die beiden Jungmimen ordentlich ab, aber auch Elizabeth Roberts holt noch relativ viel aus der Figur der überforderten Mutter heraus. Der Score trumpft verstärkt im finalen Part auf, nur in Sachen Blutvergießen müssen deutliche Abstriche gemacht werden, da ein Leichenfund mit ausgehöhlten Augenbereichen bereits die deftigste Einlage markiert.

Etwas mehr Tierhorror und deutlich weniger Drama hätten aus dem vergleichsweise kostengünstigen Beitrag deutlich mehr herausholen können. Dies untermauert das konfrontative Finale auf mehreren Ebenen. Doch bis dahin muss ein wenig Geduld aufgebracht werden, was sich für eingefleischte Genrefans nur bedingt lohnt.
5,5 von 10



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