Review

Flatterschlange


„Rattlesnake“ ist ein neuer Netflix-exklusiver Thriller mit leichten übernatürlichen Vibes, in dem die Tochter einer verzweifelten Frau mitten in der Pampas von einer giftigen Schlange gebissen wird. Und nun muss die Mutter (ohne wirkliche Erklärung) eine Person töten, um ihre Kleine zu retten. Seele für Seele, Mensch für Mensch. Denn der Teufel (?) lässt nicht mit sich verhandeln... 

Ein wenig erinnert das Szenario und der Aufbau über Moral, Gerechtigkeit und die Schwierigkeiten eines Mordes an eine verlängerte, mediokre Folge „Creepshow“ oder „Twilight Zone“. Oft wird das Töten in Filmen beiläufig, problemlos und sehr „easy“ dargestellt - hier nicht. Was sicher realistisch und positiv hervorzuheben ist. Außerdem hat mich der Mystery-Aspekt überrascht und zumindest teilweise abgeholt (ich hoffe ich habe diesen Mini-Twist mit meiner Kritik hier nun keinem vermiest!). Die moralischen Aspekte sind eh interessant und es entspinnt sich ein in seinen besten Zeiten einigermaßen packendes „Was würdest du tun?“-Setting. Das Grundgerüst samt Wüste, Gewissensbissen und sich wiederholenden Mordversuchen, wirkt allerdings schnell blass und redundant, zudem sind viele Aspekte mehr als nur zu erahnen und die Hauptdarstellerin wirkte auf mich lange Zeit sehr auf Abstand und fast etwas gelangweilt und unterkühlt. Erst im Finale holt Carmen Ejogo mehr aus ihrer Rolle raus und legt ein gutes Stück überfällige Emotionen rein. Es geht ja immerhin ums Leben ihrer Tochter... Die solide Prämisse wird etwas zu sehr und zu einfallslos gedehnt, die Inszenierung plätschert etwas (erst recht für ein Spiel auf heut und um Leben+Tod), auf aufkommende Fragen darf man keine echten Antworten erwarten und insgesamt ist die Intensität vieler Aspekte einfach bei weitem nicht da, wo man sie haben möchte oder bei der Ausgangslage auch sicher haben könnte. Wieder mal typisch Netflix: einmal sehen, weitergehen.

Fazit: eine solide gute Stunde Mystery-Thrillerunterhaltung im Stammbaum von „Twilight Zone“, „Outer Limits“ und Co. Basic und etwas schlapp, knapp, wenig auf zack. Ein unspektakuläres Moralspiel. Mutloses Morden. Kann man gucken. Muss man aber nicht. 

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