Zwei Jahre nach einem tödlichen Solariums-Unfall geht in Rhonda´s Workout, einem Fitness-Studio der 80er Jahre, ein Mörder um - fast täglich werden dort Aerobic-süchtige Mädels und muskelbepackte Herren von einem Irren niedergemeltzelt, der dazu meist eine überdimensionale Sicherheitsnadel benutzt. Während sich die Chefin (Marcia Karr) langsam um ihre Kunden sorgt, sticht der geheimnisvolle Unbekannte immer wieder zu; auch Chuck Dawson (Ted Prior, Bruder des Regisseurs), ein neuer Mitarbeiter Rhondas, der nebenbei als Privatdetektiv dort herumschnüffelt, findet nichts heraus. Zwar macht sich ein höchst unsympathischer Detective (David Campbell als Lieutenant Morgan) sogleich an die Lösung des Falls, kommt aber zunächst auch keinen Millimeter weiter - wer mag wohl der Killer sein, der die Fitness-Begeisterten der Reihe nach niedersticht?
Aerobicide ist typische Slasher-Dutzendware aus den Achtzigern - eine dünne Story, ein paar nicht näher vorgestellte Akteure, ein paar blutige Szenen und dazu jede Menge Close-ups auf knackige Ärsche und Ausschnitte der trainierenden Damen, das Ganze unterlegt mit zeitgenössisch tanzbaren Rhythmen. Wahrscheinlich schon damals ein unbedeutendes Filmchen ist Killer Workout (so der Original-Titel) über 30 Jahre nach seiner Entstehung mehr oder weniger nur noch der Gattung Trash zuzuordnen: Zwar haben die vielen Szenen der damals hochmodernen (heute jedoch als teilweise blöd angesehenen) Aerobic-Bewegung, ihres charakteristischen Outfits (hautenge, bunte Elastan-Sporthosen, "spandex") und ihres typischen Sounds (DX7) durchaus einen gewissen historischen Wert, dennoch vermag der mit sichtlich geringem Budget heruntergekurbelte Streifen in keinster Weise auch nur mittelmäßige Ansprüche an einen Thriller o.ä. zu erfüllen - das typische Scream/Saw/letztenSommer-Publikum wird vermutlich nach einer Viertelstunde gelangweilt aussteigen, zu groß ist die Liste der filmischen Mängel.
Dafür vermag der Billigheimer-Produktionen gewohnte Zuseher einige rekordverdächtig (schlechte) Zutaten auszumachen, die einem Trash-Feinspitz allerdings klammheimliche Freude bereiten: Da wären zum einen Schauspieler, die so untalentiert sind, daß man ihnen ihre Nichteignung für jede Art darstellender Kunst selbst bis in die kleinsten Nebenrollen ansieht - allen voran hier Teresa Van der Woude, die spitznasige Studio-Trainerin Jaimy, die sich für etwas ganz Besonderes hält und gerne zu spät kommt: Wie sie beim ersten Verhör vergeblich "Trauer" (über die Gemeuchelte) darzustellen versucht, ist schon etwas ganz Spezielles, das sich lohnt, ein zweites Mal anzuschauen. Nicht viel besser sind zwei trainierende Herren, die gerne mit dem hauptsächlich weiblichen Publikum anbandeln würden, sich dabei aber stets einen Korb oder auch eine blutige Nase holen - Letzteres bedingt durch den blonden Chuck Dawson, der erstaunlich schnell die Fäuste sprechen läßt und für einige bemerkenswert schlecht choreographierte "Kampf(?)"-Szenen sorgt. Neben diesen alltäglichen kleinen Eifersüchteleien unter den Beteiligten (von denen nicht ein/e Einzige/r ausführlicher vorgestellt wird und die natürlich auch zu keinerlei charakterlicher Wandlung fähig sind) wären dann natürlich die häufigen Einstellungen auf die rhythmisch im Takt schwingenden Dekolletés und Hinterteile zu erwähnen, die eine sehr voyeuristisch geprägte Kameraführung offenbaren und heute als schwer sexistisch eingestuft wohl kaum mehr protestfrei vonstatten gehen dürften - letztendlich sind sie jedoch auch nur Füllstoff zwischen den wie erwähnt äußerst dünnen Handlungsfäden.
Als besonders infam schließlich müssen die Tötungsszenen gelten, die in Punkto Konzeptionierung und Schnitttechnik dem Können eines etwa 13jährigen entsprechen, der gerade zum ersten mal einen Freddy-Krueger-Streifen gesehen hat und nun mit der Kamera-Funktion seines Handies begeistert selbst zum Regisseur werden möchte: Neben einem Arm, der mit einer geöffneten Riesen-Sicherheitsnadel mehrfach zusticht, sieht man dann im Umschnitt z.B. einen (unversehrten) Hals, an den sich eine Dame greift, um gleich danach das dort deponierte Filmblut-Beutelchen zu zerdrücken und über die Finger laufen zu lassen... solch katastrophal schlecht oder (wohlwollender) als herzergreifend unbeholfen zu bezeichnende "Kills"(?) finden sich hier reihenweise - sie tragen übrigens am meisten dazu bei, diese Trash-Granate bis zum bitteren Ende anzuschauen.
Um keinen falschen Eindruck zu vermitteln: Aerobicide ist ein von vorn bis hinten hundsmiserabler Streifen, der sich nur aufgrund seines Trash-Faktors überhaupt Punkte verdient - den Jackpot solcher Filmchen, die Bezeichnung "So scheiße, daß er schon wieder gut ist" verfehlt der in jeder Hinsicht die Oberflächlichkeit zum Prinzip erhebende 1987er Schnellschuß dann aber doch deutlich.
Filmwertung unter normalen Aspekten:
Story: 1 Punkt
Dialoge: 1 Punkt
Darsteller: 1 Punkt
Spannung: 1 Punkt
Gore: 1 Punkt (minus 25 gibt es leider nicht)
Trash-Wertung:
Handlung: hirnlos-langweilig (6 Punkte)
Sleaze-Faktor: durchweg attraktive Mädels (8 Punkte)
Sympathische Darsteller: keine (1 Punkt)
Auflösung: haarsträubend (7 Punkte)
Anschluß/Schnittfehler: diverse (6 Punkte)
Slasher-Szenen: katastrophal (10 Punkte)
Summa summarum also runde 6 Punkte, Prädikat: for trash-fans only...