Fitnessclub-Betreiberin Rhonda hat ein ziemliches Problem an der Backe, denn in ihrem Laden werden nicht nur die Fettpolster gekillt: Ein Unbekannter geht unter den Mitgliedern um und befördert diese vornehmlich mit einer übergroßen Sicherheits-Nadel ins Jenseits. Nach einigen weiteren Morden fürchtet die Chefin, dass ihre Kunden ausbleiben und sie die Bude dichtmachen muss. Na, hoffentlich können der ermittelnde Polizist Morgan und der neu eingestellte Mitarbeiter Chuck Dawson den Psychopathen, der einen unerklärlichen Hass auf alle schönen Menschen zu schieben scheint, noch rechtzeitig überführen, bevor er alle Fitness-Häschen über den Jordan geschickt hat... "Aerobicide"? "Aerobicheese" trifft es wohl eher, denn dieser formelhafte Schlitzerfilm führt einem brühwarm vor Augen, was dabei herauskommt, wenn man das Jamie Lee Curtis-Vehikel "Perfect" mit John Carpenters "Halloween - Die Nacht des Grauens" kreuzt: Nämlich ein unfreiwillig komisches Slasher-Epos mit satter 80er-Kante, bei dem einige ausgedehnte Aerobic-Einlagen, die da von den hübschen Mädels in engen Spandex-Klamotten bestritten werden, fast schon gleichberechtigt neben den recht blutigen Morden stehen. Okay, zwischendurch könnte man da fast schon den Eindruck gewinnen, versehentlich ein Fitness-Video in den Rekorder geschoben zu haben, aber immerhin muss man Regisseur David A. Prior doch zugestehen, dass er die Genre-Standards da alles in allem besser gehändelt bekommen hat, als das noch bei seinen frühen Actiongülle-Cheapies der Fall gewesen ist, denn manche Stalk-and-Slash-Sequenz ist da sogar ganz atmosphärisch geraten. Die Darsteller-Leistungen sind für 'nen Streifen dieser Sorte einigermaßen angemessen, doch mehr Wert hat man da doch auf ein paar ansehnliche Make Up-Effekte gelegt... und natürlich auch darauf, die - *ähem* - "herausragenden" Attribute der weiblichen Besetzung immerzu gut in den Bildausschnitt zu rücken. Der Whodunit?-Aspekt der Angelegenheit wird dabei nicht überstrapaziert (vor allem nicht, wenn man da während der Teaser-Szene gut aufgepasst oder auch nur irgendwann mal den alten VHS-Trailer gesehen hat, der den kompletten Film auf plusminus vier Minuten komprimiert und direkt mal ALLES spoilert!), doch zum Schluss gibt es dann doch noch die eine oder andere Überraschung und eine ganz nette Pointe, die sogar halbwegs inspiriert erscheint. Das rettet dann auch den Gesamt-Eindruck ein wenig, denn eigentlich war man ja doch der Meinung, hier nur ein weiteres, strunzdoofes Metzel-Filmchen mit integrierter Fleischbeschau vor sich zu haben. Dafür lässt man sich dann auch den Spaß nicht nehmen, sogar den Abspann noch mit Gymnastik-Szenen zu spicken, denn Biegsamkeit ist alles. Also, insgesamt nicht so trashig wie erwartet, dafür aber allemal unterhaltsam und immer noch weitaus erträglicher als ein aktueller Throwback aus der Fitnesshorror-Sparte (das is' mal 'ne spezielle Nische, wa'?) wie "Murdercise"...
6/10