Vorliegender Kurzfilm ist der letzte vom Komikerduo Laurel und Hardy, der im Jahre 1930 herauskam- wieder einmal unter dem altbekannten James Parrott und mit dem späteren großen Regisseur George Stevens ( Giants / Giganten; Shane / Mein Großer Freund Shane) hinter der Kamera.
Dieser Film wurde ein weiteres Mal mit einer Länge von 30 Minuten produziert, was angesichts des Tempos und der Choreographie immer ein gewisses Risiko darstellt gegenüber den sogenannten Zweiaktern (20 Minuten) und was im kurz zuvor veröffentlichten The Laurel&Hardy Murder Case (Die Nacht Im Mordhaus) auch schon daneben ging.
Ganz anders gestaltet sich da erfreulicherweise Another Fine Mess- womit natürlich wieder einmal ein Schlamassel gemeint ist, den sich unsere Lieblinge eingebrockt haben. Auf der Flucht vor der Polizei (die beiden befinden sich anscheinend nur selten auf dem rechten Pfad) landen sie in einer verlassenen Villa und müssen dort so manche heikle Situation überstehen.
Ist es sonst oft der elegante Oliver Hardy, auf den man wegen seiner exaltierten Gesten seine Augen richtet, ist es diesmal Stan Laurel, der in seiner gezwungenen Doppelrolle als Butler und Dienstmädchen (!) eine wahre Tour de force durchleiden muss. Hervorragend auch, mit welcher anscheinenden Leichtigkeit und Präzision er es versteht, hier die Gags zu setzen. Zum Schreien komisch verläuft sein Gespräch mit der Frau des Lords-dargestellt von Thelma Todd, die ein paar Jahre später in Laurel und Hardy's alles überragendem Meisterwerk The Devil's Brother (Fra Diavolo) mitspielte, die jedoch tragischerweise bereits im Alter von 30 Jahren unter sehr mysteriösen Umständen ums Leben kam. Aber auch Hardy muss so einige Wortfertigkeiten aufbringen, wenn er dem hartnäckigem Besuch die verschiedenen Zimmer zeigen will.
Für das deutsche Publikum war der Film lange Zeit nur in einer um rund fünf Minuten gekürzten Version zu sehen, da insbesondere zwei Szenen geschnitten waren, die aufgrund ihres englischen Wortwitzes als unübersetzbar galten und darum gleich herausgeschnitten wurden. Auf der DVD von Kinowelt ist jedoch nun die komplette-in diesem Fall jedoch nur englische-Fassung zu bewundern.
Wieder ein definitiver Höhepunkt im Schaffen von Laurel und Hardy!
10 / 10 Punkte