9
Ich liebe Märchen… und ich liebe auch Horror. Dass diese beiden Genres sich gut kombinieren lassen, wurde 1997 mit der genialen Horrorversion von Schneewittchen bewiesen. Da ich ein großer Märchenfan bin, hab ich mich lange auf diesen Film gefreut und konnte den Kinobesuch gar nicht mehr abwarten. Corona hat das Ganze dann nochmal verzögert. Etwas skeptisch war ich wegen der durchwachsenen Kritiken. Der Film konnte mich jedoch positiv überraschen. Die Optik, die Kameraführung und die Farben sehen wirklich sehr gut aus und tragen sehr zur Atmosphäre bei. Außerdem sind die Darsteller durch die Bank sehr gut. Das Hexenhaus mit seine vielen dunklen Ecken, kommt richtig gut rüber. Die Darsteller sind alle sehr gut, wobei Alicia Krige als Hexe besonders hervor sticht. Ich bin mir jedoch sicher, dass die breite Masse mit dem Film nichts anfangen kann, da er sich vom Filmstil sehr vom Mainstream abhebt.
3
Das ist mitnichten eine späte (und längst überfällige) Fortsetzung zum spaßigen HÄNSEL UND GRETEL - HEXENJÄGER, wie uns die deutsche Titelschmiede glauben lassen will - schön wär's! Es handelt sich vielmehr um einen dieser preiswerten Fantasy-Schnellschüsse frei nach den Grimm-Brüdern, wie sie nach dem 2013er Kinospektakel massenweise als billige Cash-Ins produziert wurden und ebenso schnell wieder aus der Mode kamen. Das hier dürfte sogar so ziemlich der langweiligste Vertreter dieser Gattung sein: ein trübsinniges, actionarmes Märchenfilmchen mit ein paar wenigen Gruseleinlagen, ganz vielen Naturaufnahmen und einem impertinenten Arthouse-Anstrich, vergleichbar mit MIDSOMMAR im Vorjahr. Der neuen Geschlechterpolitik in Hollywood folgend dreht sich alles nur um Gretel, während Hänsel zum hilflosen Opfer und zur Nebenfigur verkommt. Ich mag Sophia Lillis, jedoch absolut nicht in dieser Rolle.