Vier Schulfreunde helfen einem kleinen Jungen vor älteren Mitschülern, der etwas gestörte Duddles bedankt sich, indem er sie mit einer besonderen Gabe ausstattet, mit der sie seherische Fähigkeiten haben. Jahre später, bei ihrem alljährlichem Treffen in einer abgelegenen Waldhütte soll dieses mal alles anders werden, als die Gegend plötzlich unter Quarantäne gestellt wird. Was vom Titel und Covermotiv her wie ein mysteriöser Horrorgrusler a la „Friedhof Der Kuscheltiere“ mit indianischen Anleihen aussieht, entpuppt sich als ausgewachsener Sci-Fi-Horror aus der Feder von Stephen King. Spannungsvoll inszeniert Lawrence Kasdan einen Plot, der zwei Handlungsstränge gekonnt zusammenführt, die beide für sich genommen einen gesamten Film füllen könnten. Im Ergebnis ist „Dreamcatcher“ abwechslungsreich und ohne Längen, gezielt steigert sich das Tempo und die gefühlte Bedrohung. Dazu tragen nicht zuletzt die High-Tech-SFX bei, überzeugend wirken die extraterrestrischen Wesen nicht gerade freundlich. Ein kleiner Hinweis auf „Alien“ und gelungene Schockattacken der wurmartigen Außerirdischen stehen auf der Habenseite, das abschließende Gewese mit viel Militärgedöns ist dann wiederum wohl eher Geschmackssache oder anders gesagt der Teil Hollywoods, der Klassiker von schnöden Blockbustern unterscheidet. Weniger wäre hier klar mehr gewesen, denn im Kleinen verstehen es die Charaktere, den Zuschauer zu fesseln, die große Weltenrettung bleibt zu anonym. Der verschneite Wald als Kulisse reichte eigentlich aus, um die guten Darsteller in Panik zu versetzen und Action von Horror abzulösen. Trotzdem: Wenn die trickreiche Story außergewöhnliche Ideen parat hält, wenn traumhafte Visionen als Realsituationen dargestellt werden oder die Invasoren Scharen von Tieren in die Flucht schlagen ist diese Adaption eines Stephen King-Titels ein echtes Highlight. Wer nicht unbedingt eine adäquate Romanverfilmung erwartet, sondern unbedarft herangeht, kann sich auf einen vollgepropften Blockbuster freuen, der vielleicht in der zweiten Hälfte leider etwas viel der guten Ideen in das Spielfilmkorsett zwängt und sich somit um den ein oder anderen Erklärungszwang drückt. Längen ergeben sich zwar nicht, für Puristen ist dieser Genremix aus Science Fiction, Horror, Action und Komödie nur bedingt geeignet.
Fazit: Eine gute Story und haufenweise blendende Spezialeffekte müssen sich nicht ausschließen. Klasse Sci-Fi-Horror, egal, wie das Buch von Stephen King dem mal wieder entgegen steht. 6/10 Punkten