Die vier Freunde „Biber“, „Jonesy“, Henry und Pete stehen seit ihrer Kindheit miteinander in einer Art telepathischen Verbindung. Sie können lesen, was jeder andere von ihnen denkt. Obwohl sie inzwischen unterschiedliche Richtungen in ihrem Leben eingeschlagen haben und sich nicht mehr täglich sehen, treffen sie sich ab und zu in einer Waldhütte, um in Erinnerungen zu schwelgen. Doch als sie wieder einmal zusammenkommen, läuft alles völlig anders als erwartet. Sie nehmen einen verirrten Wanderer bei sich auf, mit dem etwas sichtlich nicht in Ordnung ist...
Mit „Dreamcatcher“ hat Lawrence Kasdan eine solide King – Adaption auf die Leinwand gebracht, die äußerst viel versprechend beginnt, jedoch das hohe Niveau nicht auf die gesamte Länge halten kann. Dies hat mehrere Gründe:
Zum einen ist der Inszenierung teilweise schwer zu folgen. Sicherlich ist es hilfreich, vorher das Buch gelesen zu haben. Da sich eine ganze Menge in den Köpfen der Protagonisten abspielt und Kasdan die geistige Ebene ebenfalls explizit darstellt, kommt man als Zuschauer mit den vielen Szenenwechseln des Öfteren nicht ganz mit. Natürlich hat der Versuch, den geistigen Kampf Jonesys als richtiges Duell stattfinden zu lassen auch seinen Reiz. Um allerdings die wichtigen Dinge mitzubekommen, muss man sich als Zuschauer schon enorm konzentrieren.
Der andere Punkt, der den Film etwas abflachen lässt, ist die Wende in der Handlung, als die vier Freunde den verirrten Wanderer bei sich aufnehmen. Um der Gefahr des Spoilerns zu entgehen, möchte ich nicht zu viel verraten, aber nach dem wirklich mysteriösen Beginn des Films, fühlt man sich beim Handlungsumschwung weniger an Stephen King, als vielmehr an „Akte X“ erinnert.
Das hört sich vielleicht alles ein bisschen negativ an, aber bis auf diese zwei Punkte kann „Dreamcatcher“ durchaus überzeugen. Besonders nach dem letztgenannten negativen Aspekt, fängt sich der Film wieder und wird sehr unterhaltsam. Dies liegt nicht zuletzt auch an den guten schauspielerischen Leistungen.
Die schwierigste Aufgabe als Darsteller hatte sicherlich Damian Lewis, der als Wirtskörper ab Mitte des Films immer wieder zwischen gut und böse wechseln muß. Der Dialog zwischen ihm und seinem „Mitbewohner“ sind ähnlich gefilmt, wie das Gespräch zwischen Gollum und Smeagol in „Die zwei Türme“. Hierbei überzeugt Lewis aber sowohl in der einen, als auch in der anderen Rolle und hinterlässt einen guten, wenn auch nicht perfekten Eindruck.
Morgan Freeman hat im Prinzip eine ähnliche Rolle, wie schon Jahre zuvor in „Outbreak“ und macht seine Sache auch hier erwartungsgemäß gut. Nach „Die Verurteilten“ ist dies schon die zweite King – Verfilmung, in der er eine größere Rolle hat.
Tom Sizemore spielt den zwischen Pflichtbewusstsein und Gewissen schwankenden Lt. Owen, der zwar auf der einen Seite seinen Vorgesetzen gefallen will, auf der anderen aber ein ungutes Gefühl dabei hat. Seine Darstellung hat mir gut gefallen.
Der Rest der Darsteller bleibt weder besonders positiv, noch besonders negativ im Gedächtnis und liefert eine solide Vorstellung.
Insgesamt ist „Dreamcatcher“ eine der besseren Stephen King – Verfilmungen, die, von den oben genannten Schwächen einmal abgesehen, zwei Stunden atmosphärische Unterhaltung bietet. Sowohl Horror – als auch Science – Fiction – Fans können ruhig mal einen Blick riskieren.
6/10 Punkte