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Die Vorkommnisse um Jack the Ripper sind immer noch ein beliebtes Motiv, um die Geschichte eines Serienkillers im ausgehenden 19. Jahrhundert aufzugreifen. Statt London wählte man St. Petersburg, denn schließlich handelt es sich um einen russischen Genrebeitrag, an dessen Drehbuch sage und schreibe zwölf Personen mitwirkten.

St. Petersburg im Jahre 1899: Bereits vier Frauenleichen mit unterschiedlichen Symbolen an den Körpern beschäftigen die Ermittler Rostov und Ganin. Im Brustkorb der zuletzt entdeckten Leiche befand sich ein Ei mit Pentagramm drauf, was die Ermittler zur englischen Spiritistin Olivia führt…

Die Einstiegsszene lässt direkt auf einen Billigheimer schließen, als Olivia nebst Mann in einer Wüstenstadt ein magisches Buch sucht. Simpel gestaltete Kulisse, deutlich erkennbarer Greenscreen und überaus schlichte Effekte. Dies verändert sich mit der eigentlichen Handlung in St. Petersburg schlagartig, man fühlt sich beinahe an eine russische Variante typischer Produktionen der Hammer Studios erinnert, einschließlich uriger Kaschemme, Friedhof und Schmiedewerkstatt.

Die Geschichte plätschert indes ein wenig vor sich hin und bietet bis auf eine Actionszene mit einer Kutsche nur wenig Aufregendes, wobei eine Seance vor Publikum immerhin ein paar taugliche Pyroeffekte beinhaltet. Das ungleiche Ermittlerduo, welches für eine Handvoll harmlose Aufheiterungen sorgen kann, hangelt sich von einer Leiche zur nächsten und folgt den wenigen Spuren des Täters, was irgendwann fast ausschließlich über das Medium Olivia abläuft. Ihre dazugehörigen Visionen sind passabel umgesetzt, allzu viel Blutvergießen findet jedoch nicht statt, denn ein direktes Dahinsiechen ist nicht zu sehen, nur die entsprechenden Leichen.

Da die Ermittlungen nicht allzu viele Indizien zutage fördern, wird ein Miträtseln nur sehr bedingt gefordert. Zwar bringt der Showdown einigermaßen Tempo ins Spiel, doch die Auflösung kommt alles andere als überraschend. Da eine Begebenheit ein wenig offen bleibt, könnte ein Hintertürchen für eine eventuelle Fortsetzung infrage kommen, was angesichts mittelmäßiger Spannung nur bedingt wünschenswert wäre.

Zwar erzeugen die Szenerien eine teils recht dichte Atmosphäre, die Ausstattung ist nahezu ohne Makel, doch die Story über einen Ritualmörder packt nie so wirklich, zumal die Hintergründe lediglich angerissen werden und die Pointe eher enttäuschend ausfällt. Die Darsteller erledigen einen passablen Job, sie können jedoch nicht verhindern, dass der Streifen nicht mehr als annehmbares Mittelmaß liefert.
5,5 von 10

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