Auf der ganzen Welt, mit Ausnahme eines kreisförmigen Gebites in Russland zwischen Finnland und Belarus, geht das Licht aus und die Kommunikation zu den Menschen bricht ab. Erkundungstrupps kehren zunächst nicht zurück. Dann entdeckt man schreckliches.
Der russische Endzeit-Military-Actioner ist der von 300 Minuten auf rund 150 Minuten reduzierte Zusammenschnitt einer Serie. Reicht aber, denn die 2,5h sind immer noch arg lang.
Der Film beginnt sehr stark, baut rasant eine richtig geile Cyberpunk-Atmosphäre auf, die mich direkt an entsprechende Rollenspiele denke ließ. Viel Licht in blau und pink, Drohnen, Werbung, ein bisschen auch nach dem Vorbild von Blade Runner. Doch diese Szenerie wird recht bald verlassen und die Story konzentriert sich zunehmend auf das apokalyptische Military-Szenario und folgt mehreren Patrouillen bei ihrer Erkundung des Sperrgebiets außerhalb der Lebenszone, wie die beiden Bereiche im Film genannt werden.
Es folgen ellenlange Gefechte, bei denen die Gegner weitgehend gesichtslos bleiben und die reinsten Massaker angerichtet werden. Leuchtspurmunition scheint dabei willkürlich aus sämtlichen Richtungen zu kommen, entsprechend wirkt das alles ein bisschen chaotisch und unübersichtlich. Ob das an den Kürzungen liegt, weiß ich mangels Vergleich nicht einzuschätzen.
Das Drehbuch pickt sich dabei ein paar Menschen aus den Bereichen Medizin, Militär und Presse heraus und zeigt an ihrem Verhalten recht deutlich alle Facetten des menschlichen Daseins, von Mut und Angst über den Wunsch nach Nähe bis hin zu purer bösartiger Niederträchtigkeit. Das Ende kommt dann mit ein ordentlichen Packung Schmalz um die Ecke, die es nicht gebraucht hätte und sich zudem sehr inkonsequent zum vorherigen Ton des Kampfes anfühlt. Das wirkt bemüht positiv.
Die große Stärke des Films liegt definitiv in der Optik. Das Spiel mit dem Licht ist überaus gelungen. So wirken in tiefes Rot getauchte Gänge in der Militärbasis äußerst bedrohlich und die Beleuchtung des Scci-Fi-Moskaus ausgesprochen stimmungsvoll, fast schon schön. Die apokalyptischen Settings, die die Patrouillen zu Gesicht bekommen, sind teils ziemlich beeindrucken. Ähnlich steht es um die VFX, die von den Bewegungen einiger hundeartiger Roboter allesamt sehr gut aussehen.
Darstellerisch ist das ein bisschen hölzern oder die Soldaten sind arg abgebrüht, aber allzu viele Emotionen ob diverser Schocks werden nicht gezeigt. Dafür schleicht sich trotz der im Vergleich zur Serienversion halbierten Laufzeit die eine oder andere Länge ein und manche Szene erscheint eher überflüssig. Weitere 10-20 Minuten weniger zugunsten eines etwas höheren Pacings wären durchaus okay gewesen.
Zu lang, viel Geballer, tolle Tricks. Die Schauwerte können sich schon sehen lassen. Aber die Umsetzung wirkt nach genialem Einstieg dennoch steril, die Schicksale berühren nicht. Durchschnitt.