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Schlaf, Träume, Dämonen, - im Horrorbereich gibt es so einige, teils sogar recht populäre Beispiele, wie die Reihe „Nightmare on Elm Street“. Dass in Traumwelten vieles vorstellbar ist, macht sich der Russe Pavel Sidorov bei seinem Debüt zunutze. Aber wie es mit Träumen oftmals so ist: Am Ende fehlen vor allem einige Erklärungen und Zusammenhänge.

Sveta muss an ihrem 20. Geburtstag erleben, wie sich ihr älterer Bruder Anton ohne Vorwarnung aus dem Fenster stürzt. Daraufhin plagen sie Alpträume und Visionen. Sie begibt sich in ein Schlafinstitut, um endlich Antworten zu finden. Doch als eine von vier Probanten geht der Alptraum hier erst richtig los…

Nach einem halbwegs atmosphärischen Einstieg, der 1999 kurz vor Svetas Geburt angesiedelt ist, dauert es eine Weile, bis der Stoff ein wenig griffiger wird. Der Massenselbstmord einer Sekte im Kontext mit ihrer Mutter wird am Rande abgehandelt, ebenso beiläufig werden die drei anderen Teilnehmer des Schlafexperiments eingeführt, wobei dieses die eher düsteren Passagen der Geschichte einläutet.

Zwar fallen die Figurenzeichnungen tauglich aus, doch der Erzählung fehlt schlichtweg der Schwung. Selbst als sich die vier im letzten Drittel ihren Ängsten stellen müssen, machen sich zu viele unnötige Verschnaufpausen bemerkbar. Dazwischen finden sich immerhin einige Schreckmomente, doch einigen fehlt der logische Zusammenhang, denn warum sonst sollte plötzlich ein Zombie hinter jemandem auftauchen, der danach genauso wieder im Nichts verschwindet?

Das Setting des Labors, das ein wenig an sterile Fabrikanlagen vergangener Jahrzehnte erinnert, schürt durchaus einige atmosphärische Momente, der Score untermalt passabel und einige Szenenübergänge sind recht schick ausgefallen. Auch einige surreale Momente sind aus ungewöhnlicher Perspektive eingefangen, etwa, als sich jemand auf dem Sofa kauernd in einer Grabgrube befindet, während von oben die Erde draufgeschüttet wird. Doch diese Momente täuschen nicht darüber hinweg, dass dem Treiben oftmals der rote Faden abhanden kommt.

Entsprechend gestalten sich die Vorkommnisse zunehmend wirr und unlogisch. Ein Twist kommt immerhin überraschend, allerdings bleibt der Ausgang weitgehend offen, so dass entweder viel Fantasie oder eine eventuelle Fortsetzung gefragt sind.
Unbeantwortete Fragen bleiben auf jeden Fall zurück.

Mal abgesehen von den Vornamen der Figuren, kyrillischen Schriftzeichen und einem Abschlusssong in Landessprache kommt der Film eher wie eine Versatzmixtur amerikanischer Vorbilder rüber. Das Eigenständige fehlt komplett, obgleich man dem Debüt auf handwerklicher als auch darstellerischer Ebene nicht viel vorwerfen kann. Ein paar Gewalteinlagen sind für eine FSK16 sogar recht brachial ausgefallen und auch die wenigen CGI befinden sich auf ordentlichem Niveau.
Dennoch unterm Strich ein eher austauschbarer Streifen mit Spannung auf Sparflamme und einer Geschichte, die reichlich unausgegoren daherkommt.
Knapp
5 von 10

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