Review

Ein vorab gesetztes „based on actual events“ soll ja die Dramaturgie bereits im Vorfeld anheizen: Den betroffenen Figuren ist es also genauso so ergangen, allenfalls um Kleinigkeiten ergänzt. Ob sich da irrationale Begebenheiten tummeln, soll der Glaubwürdigkeit keinen Abbruch tun, schließlich dürften sich auch Geschichten wie „Tanz der Teufel“, „Krieg der Welten“ und „Tarantula“ äußerst nah an der Realität orientiert haben.

Ryan und Freundin Tracy, sowie deren gemeinsame Freundin Kelly spielen abwechselnd einige Mutproben durch. Eine führt Kelly zu einem ihr fremden Haus, wo sie einfach nur unter einem Vorwand die Türschwelle überschreiten soll. Unter dem Deckmantel einer Umfrage wird sie tatsächlich ins Haus gelassen, doch sie kehrt nicht zurück. Der Hausbesitzer hat sich Kellys Handy unter den Nagel gerissen und bedroht nun das Leben der jungen Frau. Die beiden Freunde sehen nur die Möglichkeit, schnell ins Haus einzusteigen…

Was hier auf wahren Begebenheiten beruhen dürfte, sind vielleicht die Streiche des Trios und die Möglichkeit, beim Klingen an einen Soziopathen zu geraten, welcher gegenüber einer fremden Person kein angemessenes Verhalten zu zeigen vermag. Dass jemand eine gänzlich unbekannte Person sogleich einsperrt oder gar mit dem Tode bedroht, erscheint doch arg weit hergeholt. Noch dämlicher ist allerdings das Verhalten der beiden anderen, die weder die Cops alarmieren, noch gemeinsam im Haus suchen, sondern stets getrennte Wege gehen und dabei natürlich riskieren, sich gegenseitig eins auf den Deckel zu geben.

Anfangs macht die simple Prämisse noch Laune. Die zumeist spärlich beleuchteten Räume werden durchforstet, zuweilen lauern hier kleine, größtenteils unbeabsichtigte Fallen und der vermeintlich Geisteskranke zettelt ein Katz- und Maus-Spiel an und nutz quasi seinen Heimvorteil. Doch mit der Zeit wiederholen sich Vorgänge, der Mangel an Konfrontationen macht sich negativ bemerkbar und irrationale Verhaltensweisen strapazieren zusätzlich die Geduld des Betrachters.

Zudem kommt der Antagonist kaum furchteinflößend rüber, der Inbegriff eines nerdigen Geschichtslehrers handelt kaum raffiniert und er wirkt körperlich etwas zu träge, um in prekären Momenten adäquat handeln zu können. Doch bei soviel Dummheit auf der Gegenseite muss er sich diesbezüglich kaum Gedanken machen. Das Finale mit entsprechendem Twist fällt indes so hanebüchen aus, dass es den Gesamteindruck nachhaltig verschlechtert, vor allem in Bezug auf die angeblich wahren Begebenheiten.

Was darstellerisch okay ist und mit einem unauffälligen Handwerk, einschließlich tauglichen Score einhergeht, entpuppt sich als lascher Psycho-Thriller, der weder sonderlich spannend, noch in irgendeiner Form blutig ausfällt. Eine dramaturgische Straffung und ein klügerer Ausgang hätten eventuell noch etwas bewirkt, doch aufgrund dummer Verhaltensweisen sämtlicher Beteiligter steht sich das Mitfiebern selbst im Weg.
4 von 10

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