Untergrundfilmer Jochen Taubert arbeitet seit Jahren hart am Oscar für sein Lebenswerk und auf dem Weg dorthin hat er nach unzähligen Versuchen beinahe einen Film mit Handlung und roten Faden hervorgebracht. Der heilige Bimbam ist ihm zumindest sicher.
In einem kleinen Kloster geraten die Nonnen und Mönche in Aufruhr, als sie erfahren, dass eine Nonne einst eine Affäre mit dem Papst hatte. Dessen Tochter (Alina Lina) wohnt gleich um die Ecke und so ist es am Inquisitor (Christian Stock), die Schmach der Kirche ein für allemal zu beseitigen…
Es hat Jahrzehnte benötigt, minimale Fortschritte des Filmemachers auszumachen und dennoch sind diese nicht flächendeckend. So arbeitet die Kamera weitgehend sicher und ein wenig variabel und auch der Score ist partiell hübsch arrangiert. Erstaunlicherweise hält sich die Handlung kaum mit Nebensächlichkeiten auf und steigt direkt mit einer Fahrt der Geistlichen ein, bei der die Gruppe auf zwei Nutten mit Möpsen stößt (einer der Hunde sieht immer in die Kamera). Man rettet eine vor ihrem Zuhälter und zieht sich in die Klostermauern (Jugendherberge?) zurück, wo alsbald der Papst persönlich anruft.
Die erste Viertelstunde erinnert streckenweise an typische Werke von Helge Schneider, was in seiner Skurrilität durchaus positiv zu betrachten ist. So fahren diverse Freier bei den Straßendirnen mit auffälligen Oldtimern vor und werden wegen unüblicher Wünsche fortgeschickt, während die Gottesfürchtigen Holz sammeln, obgleich sie bereits eine ganze Weile durch den Wald getuckert sind. Mönche tragen natürlich Augenbrauenpiercings, während Nonnen Kajal und Nagellack benutzen.
Da sich die Geschichte mehrheitlich in den austauschbaren Räumlichkeiten abspielt, mangelt es auf Dauer ein wenig an Abwechslung, zumal eine wirkliche Bedrohung der Helden ebenso ausbleibt wie spürbarer Horror. Obgleich es zu einigen Auseinandersetzungen kommt und dabei ein Fuß abgetrennt, ein Kopf zermatscht und eine Machete im Schädel platziert wird, fallen die Gewalteinlagen nicht übermäßig drastisch aus. Diverse CGI-Einschüsse, die irgendwo in der Szenerie landen, sind ohnehin nicht ernst zu nehmen.
Dennoch blitzt an einigen Stellen so etwas wie Humor auf, etwa, als eine Fliege an der Wand abgeklatscht wird, woraufhin ein riesiger Blutfleck entsteht oder die Nachvertonung mit Bud-Spencer-Schlägen völlig drüber ist. Auch diverse Kontinuitätsfehler heitern auf, wenn zuvor Erschossene in der nächsten Szene am Essenstisch sitzen oder munter durch die Gänge schreiten. Allerdings geht der gewollte Humor häufig unter die Gürtellinie oder driftet in albernen Slapstick ab.
Darstellerisch ist die gut gelaunte Crew beinahe passabel, vor allem Christian Stock legt eine grundsolide Leistung als Inquisitor und später verliebter Kapuzenmann hin. Andere sind so herrlich schlecht, dass hin und wieder ein Schmunzeln erzeugt wird, - Spaß hatten die Leutchen am Set auf jeden Fall wie die Outtakes während des Abspanns untermauern.
Für eine gelungene Komödie ist der Stoff nicht bissig genug, obgleich die Prämisse eigentlich mehr als deutlich dazu einlädt. Die Umsetzung bleibt recht minimalistisch und stets nah am Amateurniveau, wobei der Unterhaltungswert aufgrund einer kleinen, gradlinig vorgetragenen Geschichte und relativ wenig Drumherum fast schon unerwartet tauglich ausfällt.
Noch nicht gut, aber bislang Tauberts bester Versuch eines Films.
4,5 von 10