Review

Who Let the Sequels Out?! 


Der „Jumanji“ aus den 90ern ist eine meiner schöneren Kindheitserinnerungen - der „Jumanji“ aus den 2010ern ist eine der größeren Enttäuschungen des/seines Jahrzehnts. Klingt brutal, ist aber so. Für mich, trotz all seines finanziellen Erfolgs. Und das auch komplett ohne rosarote Brille und Nostalgie, ohne strenge Kritikerklappen und snobbige Hochnäsigkeit, wie es einem manche bei einem solchen Fall vorwerfen. In „Jumanji: The Next Level“ finden unsere lieb gewonnenen (?) Freunde erneut den Weg in das sagenumwobene Spiel und es muss wieder ein hetziges Abenteuer bestanden werden, um in die Realität zurückzukehren. Nur dieses Mal ist die Rollenverteilung ein wenig verdreht und zwei ältere Herren, die so gar nichts mit Videospielen und Avataren und virtuellen Realitäten anfangen können, sind ebenfalls Bestandteile des fotorealistischen Games...

Die Fortsetzung zu „Jumanji“ ist ok und wird Fans des Vorgängers gefallen. Nur reicht das? Und was ist mit Leuten wie mir, die diesem schon wenig abgewinnen konnten?! Zu denen würde ich sagen: recht klar Finger weg. Denn „Jumanji 2“ bietet mehr von dem Gleichen, mehr vom Gewohnten, mehr vom Lauten. CGI-Emus dort, kreischende Mandrills hier, der Trailer hat schon das meiste gezeigt, alle Kästchen und safe Insider abgehakt - fertig ist ein teures und unfassbar leeres, egales Spektakel. Wenn The Rock einen auf Danny DeVito macht, muss man schmunzeln, auch Kevin Hart mal übertrieben entschleunigt als Danny Glover zu sehen tut gut und das „originale“ Team hat eh Charme und einigermaßen Gefühl. Doch im Endeffekt reicht das nicht für ein Abenteuer, das unter die Haut oder gar wirklich ans Herz geht. Und die Bemühungen gegen Ende ein Franchise zu erzwingen, wirken auch eher gierig als gekonnt. Weitere Minuspunkte: halbfertige Computereffekte; nie gefährdete Helden; kopiertes Schema von Teil 1; zu schnell geschnittene und zu schwach inszenierte Action; fühlt sich eher nach Cashgrab als Leidenschaftsprojekt an. Nicht genug meine Freunde, wirklich nicht genug. 

Fazit: die neuen Rollentausche, die durchaus ansteckende Chemie im Cast und das grundsätzlich solide Abenteuerfeeling heben das Sequel auf das Niveau des Vorgängers, vielleicht sogar etwas darüber - aber um zu einem Film zu werden, den ich mag oder empfehlen kann, reicht es dann doch recht deutlich nicht. Wieder. Schade. Überflüssig. Böse gesagt: alles, was das aktuelle Kino überflüssig und mies macht, warum die Leute lieber auf Netflix warten als teures Geld für die große Leinwand auszugeben. Ernüchternd. Leer. 

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