Der auf der großen Leinwand rar gewordene Abenteuerfilm, wie es ihn in den 80ern mit der Reihe um Indiana Jones zuhauf gab, erfährt mit der Fortsetzung von Jumanji ein kleines Comeback. Die Erfolgsformel „Never change a winning team“ geht hier in jeder Hinsicht auf.
Die Freunde um Spencer, die vor geraumer Zeit in der Konsolenwelt von „Jumanji“ miteinander gegen das Böse kämpften, begeben sich erneut in eine exotische Welt voller Gefahren. Es gilt, ein gestohlenes Juwel zu erobern und die spezifischen Kräfte zu nutzen, denn Bedrohungen lauern an jeder Ecke…
Es benötigt eine knappe Viertelstunde, bis die Figuren in die Spielwelt eintauchen und sich erneut mit den bekannten Regeln vertraut machen: Jeder erhält drei Leben, eine bestimmte Schwäche und eine spezielle Fähigkeit. Nur gibt es diesmal nicht die Wahl des Avatars, so dass phasenweise ein Opa (Danny de Vito) im Körper von Bravestone (Dwayne Johnson) steckt, wobei der Body Switch generations- und geschlechterübergreifend einhergeht und für manche Aufheiterung sorgt.
Ohnehin ist die Grundstimmung beinahe ausgelassen. Zwei Alte piesacken sich ständig und geben sich begriffsstutzig, während andere gewisse Ausdrucksformen nicht ablegen können. Manche sind von ihrem neuen Körper völlig begeistert und zelebrieren ihren übernatürlichen Körpereinsatz in vollen Zügen, andere wollen mit Fachwissen helfen, scheitern aber mehrfach an der komprimierten Schilderung der Fakten.
Speziell der Körpertausch verlangt den Mimen Wandlungsfähigkeit ab, doch das spielfreudige Team meistert dieses Unterfangen mit Bravour. Dabei schwingt eine Menge Selbstironie mit und einige Vorbilder wie de Vito oder auch Danny Glover wurden gut einstudiert, um sie auch mit körperlichen Eigenheiten treffend zu imitieren. Neben dem eingespielten Team um „The Rock“, Karen Gillan, Kevin Hart und Jack Black erweist sich Rapperin Awkwafina als talentierte Darstellerin mit großer Bandbreite.
In Sachen Action können die CGI-Viecher zwar nicht immer überzeugen und wie bei einigen Konsolenspielen üblich, schießt sie zuweilen deutlich übers Ziel hinaus, doch spätestens beim aberwitzigen Akt über einen Hängebrücken-Parcours macht sich das gute Gespür fürs Timing bemerkbar. Wie schon beim Vorgänger entpuppt sich der Bösewicht als Manko, denn der kommt in nur wenigen Momenten zum nachhaltigen Einsatz. Während der Showdown etwas mehr Knalleffekte hätte vertragen können, macht ein Cliffhanger Appetit auf eine potenzielle Fortsetzung.
Gegenüber dem Vorgänger von 2017 wird nochmal eine Schippe draufgelegt, die Gagdichte erhöht und verstärkt auf kleine Reibereien unter den Figuren eingegangen. Entsprechend vergehen zwei flott erzählte Stunden wie im Flug und trotz storytechnischer Mankos bietet der dritte Teil der Reihe gelungene Popcorn-Unterhaltung.
7 von 10