Ohne Medienbrimborium wäre es der bessere Film…01.09.2020
Manchmal sind die Anpassungen an die Themen der jungen Generation samt deren Sehgewohnheiten einem guten Film nach alter Machart abträglich. Wenn dann noch sehr augenscheinliche Computereffekte gegenüber einfachen Pyrotricks bevorzugt werden, so ist man beim Mittelmaß angekommen. Schade, denn der fast in Echtzeit spielende Film hätte mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und altmodischen Effekten durchaus eine höhere Wertung erreichen können. Man beschränkt sich hier auf eine knappe Geschichte ohne viele Hintergrundinformationen und zieht diese recht straff durch.
Kein schöner Tag für den Straßencop Penny. Geschieden, allein auf Fußstreife, dann noch einen Entführer erschießen, was an sich prima wäre – nur hat der Tote einen Komplizen, der damit droht, das Entführungsopfer werde binnen 64 Minuten ertrunken sein. Die Zeit läuft…und Penny läuft und fährt unter Dauerstreß durch die Straßen, dem Entführer dicht auf der Spur. Dabei gibt es die eine oder andere Actionszene, zumeist auf gute, altmodische Art gefilmt. Bis hierhin alles gut…wäre da nicht eine Independent-Internet-Reporterin, die sich Penny an die Fersen hängt, weil sie die „wahren, echten Nachrichten“ zeigen will.
Man könnte nun meinen, das würde den Film ins Genre des Buddy-Movies schieben, aber damit liegt man falsch. Das Filmmädel nervt, ist einfach ein störendes Beiwerk, das den Film immer wieder ausbremst. Keine Chemie zwischen Cop und Mädel, keine lässigen Dialoge, dafür seichte „ihr könnt alles schaffen“ Platitüden seitens der Reporterin. Deren Livestream wird dann auch noch von einem Nachrichtenkanal übernommen, und all das macht in Summe weder Sinn noch Freude. Schade, denn der Streifen hat ein durchgehend hohes Tempo, verzettelt sich in seiner Kerngeschichte nicht und hat mit Herrn Eckhart ein passendes Gesicht zur Hauptrolle des stoischen Polizisten. Dank der überflüssigen Dame samt Jugendkram vergibt der alte Freund des Genres nur noch 7/10