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"I hate this place. I get it, people come here to be happy, and it's my job to help them be happy, but I'm never happy here. I have to have this fake expression on all the time here in this park, even if I don't wanna look happy. None of my co-workers talks to me. Sure, once in a while it's nice to see the kids smile, but usually they're just annoying little shits that don't give a damn how they treat me. Every single day, every single minute, I'm working so hard for them. Just once I'd like to make myself happy but no, I have to keep letting little brats climb on my back, and then go in a circle forever. I'm Duke, the prettiest goddamn unicorn in the world."

Haben wir es nicht schon immer gewußt? Karusselltiere haben einen Scheißjob! Einhorn Duke, gesprochen von Steve Rimpici, bildet da keine Ausnahme. Tagein tagaus dreht er sich mit derselben Geschwindigkeit im Kreis (ein Job, der an Monotonie kaum zu überbieten ist), meist geritten von Kindern und Teenagern, die das Wort Rücksicht längst aus ihrem Vokabular gestrichen haben. Wild strampeln sie auf ihm herum, hämmern ihre kleinen Fäuste gegen seinen Kopf und entsorgen ihre Kaugummis (oder Schlimmeres) auf seinem abgenutzten Körper. Das ständig mampfende Balg Larry (Teague Shaw), von seiner Social-Media-süchtigen Schwester Laurie (Sé Marie) wenig liebevoll Lunchbox genannt, bringt das Faß letztendlich zum Überlaufen. Duke hat genug, endgültig. Er löst sich von seinem angestammten Platz am Karussell und startet einen Rachefeldzug gegen die abscheuliche Menschheit, der sich gewaschen hat. Bald schon landet er beim Haus von Sarah (Haley Jay Madison), wo gerade eine flotte Party steigt, bei der auch Laurie und Larry zugegen sind. Wie nicht anders zu erwarten packt Duke die Gelegenheit beim Schopf und crasht die Party.

Die von Aleen Isley und Steve Rudzinski geschriebene und von letzterem auch inszenierte No-Budget-Produktion CarousHELL ist einer dieser Filme, die man gesehen haben muß, um zu glauben, was da abgeht. Stellt euch ein klassisches, handelsübliches, vom Horn bis zum Schweif völlig unbewegliches Karusselleinhorn vor, das Amok läuft und eine Gruppe Teenager in bester Slasherfilm-Manier dezimiert. Den ersten Mord kann man - mit viel gutem Willen - ja noch glauben, denn da rammt das angepißte Phantasietier einem traurigen Clown sein Horn in den Hals. Wenig später jedoch werden solche Dinge wie Realitätsanspruch oder Logik gänzlich ad acta gelegt, und das Motto lautet fortan anything goes. Alles ist möglich, so unglaublich es auch erscheinen mag. Da durchtrennt Duke einen Hals mit Klaviersaitendraht, er wirft Ninja-Sterne und verschießt Pfeile, er zermatscht einen Kopf mit seinen Hufen, er hantiert mit einer Machete, einer Axt und einem Pizzaschneider, und den tödlichen Laserblick, der Frauen buchstäblich zum Schmelzen bringt, hat er ebenfalls drauf. Ja, das alles ist exakt so absurd, blödsinnig, bescheuert und dämlich, wie es sich vermutlich anhört.

Wie gesagt, alle diese Untaten werden von einem klassischen, handelsüblichen, vom Horn bis zum Schweif völlig unbeweglichen (!) Karusselleinhorn begangen. CarousHELL ist kein Film, den man ernst nehmen kann, und glücklicherweise ist dies den Machern auch vollauf bewußt, weshalb sie ihr Werk mit viel Camp, Ironie und (trockenem) Humor zukleistern. Wenn einem diese Herangehensweise zusagt und man darüber hinaus keine Aversion gegen amateurhafte B(illig)-Movies hat, dann sollte man mit Rudzinskis kurzweiliger Horrorkomödie viel Spaß haben, zumal die ironischen und parodistischen Aspekte sehr sympathisch rüberkommen. Aber auch Cody Ruchs handgemachte, manchmal recht saftige Gore- und Make-Up-Effekte sind phasenweise gut gelungen; zumindest sind sie weit besser, als man es in Anbetracht des geringen Budgets erhoffen durfte. Der mittig aufklappende Kopf etwa rockt derbe, und die Schmelzszene ist wunderbar drollig. Die schauspielerischen Darbietungen sind erwartungsgemäß durchwachsen und reichen von überaus launig (Sé Marie) über zurückgenommen (Sarah Brunner) bis hin zum totalen Overacting (Regisseur Steve Rudzinski himself als dämlicher Pizzajunge Joe).

Allen die Show stiehlt jedoch Haley Jay Madison, die einzige Schauspielerin in diesem bunten Reigen, die mir bereits einige Male unterkommen ist (Kill That Bitch, Haunted House on Sorority Row, Scarewaves, Headless, Applecart). Sie sorgt nicht nur für etwas nackte Haut, indem sie ihre hübschen kleinen Brüste präsentiert, sie hat auch eine Sexszene, bei der sie sich voll ins Zeug legt und richtig durchorgeln läßt. Von Duke, dem Einhorn! Was insofern verständlich ist, da sie ein riesiger Einhorn-Fan ist, vor allem von der TV-Serie My Tiny Uni, der Einhorn-Variante von My Little Pony. Welcher Einhorn-Fetischist würde da die Gelegenheit nicht nutzen? Eben. Sehr schön sind auch die Spitzen gegen dusselige Teens und Twens, die nur für Likes ihrer Social-Media-Aktivitäten zu leben scheinen. Der sich um ihr Handy drehende Dialog zwischen Laurie und Joe ist da echt zum Schießen. Ich bin mir sicher, daß die beim Dreh alle einen Mordsspaß hatten, welcher sich auf das Publikum jedoch nur bedingt überträgt. Zu lahm sind viele von Dukes Sprüchen, zu bemüht grotesk manche der Ideen, zu unspektakulär einige der Situationen. Aber böse kann man dem mit viel Herzblut zelebrierten Kokolores auch wieder nicht sein.

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