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Verfilmungen von Stephen King-Romanen gibt es viele. Mal mehr, mal weniger gut, haben sie schon einen festen Platz, in der Geschichte des Films, eingenommen. Eine der besseren Verfilmungen ist dabei "Dead Zone", die Geschichte eines Mannes, der durch das Berühren anderer Menschen in dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen kann. Das solch ein Stoff durchaus Serienpotenzial hat, haben die Serien-Erfinder Michael & Shawn Piller erkannt und schicken nun Johnny in, bis dato 44, unterschiedliche TV-Episoden, in denen er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Unterm Strich ist dabei eine unterhaltsame Serie heraus gekommen, die man sich beruhigt mal anschauen kann.

Storymäßig geht es dabei eigentlich in jeder Folge um das Gleiche und doch nicht um das Selbe. Meist versucht Johnny, durch seine Fähigkeiten, irgend eine Tragödie zu verhindern. Dabei gehen die Drehbuchschreiber oft erstaunlich kreativ vor, damit das Ganze nicht irgend wann einmal langweilig werden könnte. Als Beispiel sei da die Episode "Cabin Pressure" erwähnt, in der Johnny, durch die Berührung einer Stewardess, einen Flugzeugabsturz voraus sieht. Doch jedes mal wenn er versucht, diesen zu verhindern (in dem er u.a. den Piloten aus der Kabine holt und die Aufgabe dadurch an den Co-Piloten geht), ergibt sich eine erneute Nische in der Zukunft, wodurch sich der Absturz dennoch ereignen würde. Erst kurz vor Schluss kommt ihm die entscheidende Idee. Das alles ist meist wirklich clever konstruiert und mit allerlei Wirrungen und Wendungen versehen, so dass eine gewisse Vorhersehbarkeit meist nicht gegeben ist. Als weiteres Beispiel sei da noch die Episode "Precipitate" genannt, in der Johnny eine Blutspende von insgesamt 6 Spendern erhält und dabei eine Vision hat, in der sieht, wie einer der Spender einen tödlichen Unfall hat. Also macht er sich fluxs auf, um heraus zu bekommen wer das potenzielle Opfer ist und wie er es retten kann. Auch hier gibt es bis zum Schluss Nervenkitzel der gehobeneren Art. Aber das sind nur zwei Beispiele von Vielen!

Ebenfalls recht klug durchdacht, ist zudem die Darstellung der einzelnen Visionen von Johnny. So kann er z.Bsp. in seinen Visionen die Zeit anhalten und dadurch in ihnen herumlaufen, um nachzuforschen. Oder er sieht sich selbst mal in der Figur, dessen Leben er gerade durchleuchtet. Danach wiederum steht er nur als Dritter herum. Für den Verlauf, der jeweiligen Geschichte, ist dies nur ein Bruchteil einer Sekunde, für den Zuschauer und für Johnny können diese Visionen aber schon einmal einige Minuten in Anspruch nehmen. Mit einigen leckeren optischen Spielereien versehen, machen diese Szenen durchaus Laune.

In punkto Inszenierung wurde dafür aber alles auf eher schlichtem, sprich einfachen Niveau gehalten. Wirkliche Spielfilmqualitäten sind hier meist nicht zu erkennen, von der Qualität einer aufwändigen Serien wie "24" mal ganz zu schweigen. Aber eigentlich braucht es dies auch nicht immer, sofern wenigstens die Story überzeugen kann. Und das kann sie hier einfach!

Logik- und Anspruchsfanatiker werden natürlich ebenfalls keine Freude an der Serie haben, denn schließlich handelt es sich hierbei nicht um eine anspruchsvolle Serie alla "Six Feet Under" o.Ä., sondern um eine reine Science-Fiction-Fantasy-Reihe. Sprich es gibt schon immer wieder mal ein paar Stellen, die sich nicht um Logik usw. kümmern. Doch für den gegebenen Inhalt, kann man mehr als zufrieden sein, denn Nachvollziehbar bleibt das Treiben allemal.

Und im Gegensatz zu den meisten Serien von heute, sind die Episoden bei "The Dead Zone", in sich abgeschlossen. Sprich die Serie ist weniger ein in viele kleine Episoden zerstückelter Spielfilm wie "24" oder auch "Nip/Tuck" o.Ä., sondern man kann ruhig auch mal ein paar Folgen verpassen und findet trotzdem locker wieder Anschluss beim Einschalten. Sich fortsetzende Details gibt es nur sehr selten, was man durchaus als Zuschauerfreundlich bewerten kann.

Ein Lob gebührt zudem noch den Score-Schreibern, die der Serie eine wirklich perfekte Musik-Untermahlung schenken. Vor allem das Titel-Theme geht einem lange nicht aus den Kopf und wenn es beim Abspann dann noch einmal ertönt, bleibt man liebend gerne noch diese paar Sekunden dran.

Und last but not least müssen auch noch die tollen Darstellerleistungen gelobt werden. Allen voran Anthony Michael Hall, der seine Rolle als hellseherischer "Held" wirklich mit Bravour bewältigt. Dazu dann noch viele Gastsstars wie z. Bsp. David Ogden Stiers und viele Andere. Man kann zufrieden sein!

Fazit: Spannende und mit unter sehr clever ausgetüftelte Fantasy-Serie, die mit ihren guten Drehbüchern, den tollen Darstellern und einem wunderbaren Score, für meist sehr gute und schweißtreibende Unterhaltung sorgen kann. Mit den ganz großen Serien wie "Nip/Tuck" o.Ä. kann "The Dead Zone" zwar nicht ganz mithalten, aber für einen gelungen Teil des Fernsehabends reicht es allemal aus!

Wertung: 7/10 Punkte

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