Parallelen zwischen Krieg und Schachspiel sind etwas schwierig aufzubauen. Natürlich geht es um Taktiken und clevere Züge, zuweilen auch darum, jemanden schachmatt zu setzen.
Allerdings spielt das Langfilmdebüt des Polen Lukasz Kosmicki zu Zeiten, als Spionagethriller wie James Bond noch in den Kinderschuhen steckten und so greift er sämtliche Klischees des altmodischen Agentenfilms auf.
Oktober 1962, zur Zeit des Kalten Krieges und der Kubakrise: Professor Mansky (Bill Pullman) wird von amerikanischen Regierungsbeamten entführt. Er soll als Ersatzgegner für den plötzlich verstorbenen Schachmeister einspringen und in Warschau gegen den russischen Spieler antreten. Gleichzeitig soll er herausfinden, wer der ominöse Mittelsmann ist, der sich beiden Parteien stets zu entziehen weiß…
Schachspiel als Mittelpunkt eines Thrillers, - das gab es beispielsweise von Carl Schenkel anno 1992 mit „Knight Moves – Ein mörderisches Spiel“. Hier verkommt Schach eher zur Randnotiz, denn obgleich die Meisterschaft vor großem Publikum bestritten wird, geraten einige Züge recht unübersichtlich, so das kaum eine Dynamik entwickelt wird. Zudem gerät das Treiben phasenweise unglaubwürdig, etwa, als ein Hypnotiseur im Publikum eingesetzt wird, um das Handeln eines Spielers maßgeblich zu beeinflussen.
Die Agentengeschichte gibt indes nicht allzu viel her. Die Russen sind mindestens schmierig bis skrupellos, die Amis geben sich aufgeschlossen bis entgegenkommend, während Mansky als Alkoholiker erst bei entsprechender Dosis ein wenig aufdreht, wobei ihn der Hoteldirektor tatkräftig unterstützt. Letztlich ist aber auch er nicht mehr als eine Schachfigur im Spiel um Vertrauen, einen möglichen Maulwurf und Strategien innerhalb einer politisch brisanten Situation.
Allzu viel Spannung kommt bei alledem leider nicht auf, da die Fronten früh geklärt sind und der anberaumte Twist gen Finale weitgehend verpufft. Fast schon interessanter gestaltet sich ein kurioser Weg vom Hotel ins nächtliche Warschau, während das Taktieren diverser Agenten eher schleppend anläuft. Einen Pluspunkt stellt hingegen die Ausstattung dar, die mithilfe diverser Fahrzeuge, entsprechender Kleidung und Frisuren einen glaubhaften Nostalgietrip ermöglicht.
Ein gewohnt souverän aufspielender Pullman und treffend besetzte Nebendarsteller retten jedoch nicht allzu viel, denn die Geschichte entfaltet zu wenig Dynamik, noch birgt sie irgendwelche Überraschungen. Zudem kommt der Humor nicht über seichte Ansätze hinaus und auch der Showdown fällt dramaturgisch enttäuschend aus. Mehr als größtenteils altbackene Muster eines Spionagefilms sind letztlich nicht mitzunehmen.
Knapp
5 von 10