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Einige Teenager, die sich vor einfältiger Rumzickerei nicht retten können, fahren mitsamt gleichaltriger Lehrerin in Kanadas Wälder, um über Samhain, das Totenfest der Druiden recherchieren und lernen zu können. Und obwohl sie von leicht zurückgebliebenen Einwohner über einen inzestuösen Kannibalenstamm gewarnt werden, gehen sie weiter ihren Forschungen nach. Doch ihr Vorhaben endet leider wie gewohnt in einem Alptraum.

Evil Breed ist ein Film, der wie viele mit etlich viel Mumpitz aufwartet. Da werden typische Register gezogen. Mal wieder müssen Hinterwäldler, die man nicht ernst nimmt, herhalten, mal wieder sind da eindimensionale Charakter, die mal rumpoppen, rumzicken, oder sich am Lagerfeuer banale Teeniestorys erzählen. Alles irgendwo ziemlich hohler Stuss, den man zuhauf aus anderen Möchtegerngruslern gewohnt ist. Dabei muss und braucht man nicht näher auf die Story einzugehen, nachdem man ein paar Minuten dieses, von der Stange aufgebauten Horrorspektakels gesehen hat, kann man getrost sein Hirn ausschalten. Spätestens dann, als man diese seltsam modellierten und dekorierten Kannibalenviecher sieht und bewundern darf, ist es eh mit nervigen und dämlichen Teenies vorbei. Evil Breed, baut nahezu selbstironisch dazu auf, und scheint sich selbst darüber zu freuen, seine Protagonisten hinmetzeln zu dürfen. Und weil der Plot ohnehin schon schmal gesäat ist, mal von dem Hintergrund abgesehen, wird das ganze eben mit reichlich widerwärtigem Splatter und gut vergrösserten Brüsten aufgedunsen, bis dass selbst der letzte aus dem finstren Loch herbeigekrochen kommt. Letztendlich eigentlich genau das, was man bei einem Horrorfilm, in dem Jenna Jameson und etliche andere Pornomitzen mitspielen, erwartet. Und dabei bin ich schon irgendwo enttäuscht, dass Jenna nur so eine kleine Rolle als verlorene Waldläuferin spielt, die nahezu kläglich unbeholfen zu sein scheint. Dass sie sich bei einem Wiederentdecken als Antiheld entpuppt, sollte dann auch klar sein, scheiss egal und letztendlich sinnlos ist es dann aber auch wieder, wenn sie kurz darauf das Zeitliche segnen muss. Mann, und wenn diese Szene mal nicht legendär ist, dann weiss ich es auch nicht. Sorry, aber man muss einfach seine Zähne aus dem Mundwinkel vor lauter Lachen schütteln, wenn dieser mutierte Kannibale Jennas Implantate entnimmt und sie nach kurzem Reinbeissen, angewidert wegwirft. Granatenstark auch, als ein einfältiger Teenie dort mit Axt steht, völlig mannsstark und kurz darauf der Kannibale, mittels Finger andeutet, dass das Teil ihm gehöre. Und was macht der mannshafte Teenie, anstatt zuzuschlagen? Als hätte er nichts besseres zu tun, übergibt er das Teil natürlich dem Vieh, was übrig bleibt ist nicht viel. Zumindest ein weiterer Lacher und ein endblutiger Splattereffekt, der es wie viele andere in sich hat. Und seis der ganzen Banalitäten drum, vermag es der Film stellenweise trotzdem Atmosphäre aufzubauen. Die Dungeons der Kannibalen sind gut ausgestattet. Knochen, Töpfe, Käfige, wildes Geraschel und Kettenklimpern. Wunderbar das Ganze und der Wald, in dem sich das ganze klägliche abspielt ist gruselig und atmosphärisch gefilmt und in alptraumhafte wie zweideutig schöne Bilder gefasst, dass man aufgrund der restlichen Faktoren einfach bloss Staunen kann.

Fazit:
Storylose Kannibalen - Backwood Metzelei mit ordentlich Splatter, Gore und Jenna Jameson. Viel selbstironischer Witz gepaart mit wunderbarer Atmosphäre. Der beste Splatterfilm des Jahres 2003. Als Gorefreund und Tittenliebhaber unbedingt zu empfehlen. Anspruchslos, lustig, nackig und blutig.

7/10

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