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Die Prinzessin Asa und ihr Geliebter Javutich werden der Hexerei beschuldigt und bestialisch hingerichtet. Doch zuvor verflucht Asa den Richter und seine Nachfahren, bevor sie in der Familiengruft beigesetzt und Javutich in ungesegneter Erde begraben wird. 200 Jahre später soll sich ihre Drohung bewahrheiten, als der Arzt Dr. Kruvajan mit seinem Assistenten Dr. Gorebec durch die düstere Gegend reisen und unwissend Prinzessin Asa zum Leben erwecken... Nach Arbeiten mit Altmeister Ricardo Freda versteht es der kameraerfahrene Bava, in seinem Regiedebut einen hoch atmosphärischen Gruselfilm zu inszenieren, stets liegen Nebelschwaden über den meist nächtlichen Sets. Nicht nur augenscheinliche Kamerafahrten und Zooms sind beachtlich, sondern auch die innovativen SFX. Diese sind reichlich eingesetzt und erscheinen für das Entstehungsjahr regelrecht blutrünstig. Bereits zu Beginn wird der Hexe die dornenbewehrte Satansmaske mit einem Vorschlaghammer auf das Gesicht gedroschen, bis das Blut herausläuft. Auch im weiteren Verlauf finden sich immer wieder solche Szenen, egal, ob ein Nagel durch das Auge gebohrt wird (statt einem Pflock durch das Herz) oder ein Kopf im Feuer verbrennt. Das Drehbuch hält sich von Anfang an nicht annähernd an Bram Stokers Roman über den Fürsten Dracula, lediglich einige Details wurden übernommen. Bava nimmt sich die künstlerische Freiheit heraus und verbindet statt dessen eine Hexenverfolgung mit dem legendären Vampirthema. Was heraus kommt ist eine ungewöhnliche Mischung, die es versteht, den Zuschauer immer wieder zu überraschen und Ideen zu schaffen, die innerhalb des Gothicgenres oftmals kopiert wurden. Düstere Schlossatmosphäre, ein verfluchter Friedhof usw., sind es, die für passende Stimmung sorgen ebenso wie die Präsenz von Barbara Steele. Die ist, neben vielen durchschnittlichen Darstellern, ein echter Hingucker, denn gerade zu hinreißend verkörpert sie die Fürstin der Nacht. Die Story ist bemerkenswert abwechslungsreich, auch wenn dass teils zu Lasten der Logik geht. Wer darüber hinwegsieht, bekommt einen der stimmungsvollsten Grusler seiner Zeit zu sehen, der bereits das große Talent Bavas erkennen lässt. Der Zuschauer ohne anspruchsvolle Haltung wird hier gut, teils sehr gut, unterhalten.

Fazit: Kultklassiker, der fernab der Hammer-Studios das italienische Gothic-Grusel-Genre mitgeschaffen hat. 8/10 Punkten

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