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Die Stunde wenn Dracula kommt. Hier haben wir Mario Bavas Regiedebüt und was für eines!
Im Grunde geht es in dem Film eher um Hexen und Dämonen, als um Vampire, wenn auch das ein oder andere Blut ausgesaugt wird. Der Inhalt ist eine richtig klassische Gruselgeschichte:
Die Hexe Asa und ihr dämonischer Gefährte werden im 17. Jahrhundert zum Tode verurteilt. Durch einen Sturm wird aber die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen zunichte gemacht. Asa wird darauf in einem Sarg in der Familiengruft beigesetzt, gebannt durch eine Dämonenmaske.
200 Jahre vergehen, bis Professor Kruvajan und sein Assisten an der verfallenen Gruft vorbeikommen und unbeabsichtigt die Hexe Asa wieder zum Leben erwecken. Asa und ihr dämonischen Gefährte versuchen nun Besitz von ihrer direkten Nachfahrin, Prinzessin Katia, zu ergreifen, die Asa zum Verwechseln ähnlich sieht...
Man merkt einfach, das Regisseur Bava zu diesem Zeitpunkt schon einige Filme "auf dem Kasten" hatte und einfach ein top Kameramann war. Was Bava hier mit Licht und Schatten auf die Beine gestellt hat, ist einfach bemerkenswert!
"Black Sunday" (Alternativtitel) ist einfach nur (alb)traumhaft von Meister Bava fotografiert und beschwört eine mystische, traumartige Atmosphäre herauf. Der Film braucht sich in keinster Weise vor den Universal Gruselklassikern oder den etwa zeitgleichen britischen Hammer-Horrorfilmen zu verstecken. Gleich zu Beginn legt der Film so richtig los, wenn die Hexe Asa erst gebrandmarkt und ihr dann die stachelige Dämonenmaske auf das Gesicht geschlagen wird.
Die betörende Barbara Steele glänzt hier in einer Doppelrolle. Einmal die dämonische Hexe Asa und das absolute Gegenteil, die unschuldige Prinzessin Katia. Sie füllt beide Rollen bestens aus und Bava hat gut daran getan, die großäugige Schönheit für diese Rolle auszuwählen. Die weiteren Darsteller passen spitze in das Geschehen und füllen ihre Rollen wunderbar aus.
Dazu wird eine perfekte gotische Kulisse geboten, die traumhaft durch Bavas geschultes Auge eingefangen wurde. Seine Kamerafahrten, Perspektiven und Schnittübergänge zeigen, was der Gute drauf hatte. Wie in einem berauschten Traum wird der Zuschauer durch die Geschichte gezogen, die spannend in Szene gesetzt wurde und im Grunde keinerlei Durchhänger hat. Ein weiteres großes Plus sind die grandiosen Effekte von Meister Bava, die selbst heute noch erstaunen und kaum Staub angesetzt haben. Aber Bava hat es schon immer verstanden, aus wenig viel herauszuholen!
Wer ein bischen was mit schwarz/weiss Klassikern anfangen kann und sich gerne gruselt, klasse Effekte sehen will und sich ein wenig in das Geschehen fallen lassen kann, ist hier genau richtig! Bava versteht es eine schaurig schöne Kulisse in Szene zu setzten und spielt gekonnt mit Licht und Schatten, jenseits plumper Schock- und Gruseleffekte, sondern setzt auf Atmosphäre. Ein Regiedebüt, das damals richtig eingeschlagen hat und heute definitiv den Status "Klassiker" für sich behaupten kann. Danach drehte Bava noch viele weitere Spitzenfilme in diversen Genres, die auch heute noch Gültigkeit besitzen und viele Regisseure, wie seinen "Schüler" Dario Argento und viele andere Größen weltweit, beeinflußt hat.

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