Nach dem wenig rühmlichen „Wrong Turn 6“ besann sich Regisseur Valeri Milev auf seine Wurzeln und drehte mit Unterstützung per Crowdfunding ein wenig Endzeit in seiner Heimat Bulgarien. Als Aushängeschild darf sogar Danny Trejo für eine Minute hereinschauen.
Der dritte Weltkrieg bestimmt noch immer den Alltag des Kopfgeldjägers Rob Justice und seiner Schwester Raksha. Zwecks Superwaffe wurden einst Menschen mit Schweinen gekreuzt, doch die „Schnauzen“ drehten irgendwann den sprichwörtlichen Spieß um und betreiben seither Menschenfarmen. Rob will im Auftrag der Rebellen das Muttertier ausfindig machen und kaltstellen…
Die ersten Einstellungen der Trümmerlandschaft einer Großstadt deuten auf viel Liebe zum Detail hin, was alsbald von den billig wirkenden Latexmasken der Schweinemenschen revidiert wird. Der grobkörnige Look fügt sich immerhin gut in die Endzeitstimmung, in der es trashig, oft nackt und noch häufiger recht schräg zugeht.
Die wesentlichen Figuren bleiben allerdings belanglos, Trejo erhält einige wenige Szenen als Mentor, während die Söldner und deren weibliche „Assistentinnen“ wahlweise ballern oder knattern. Folgerichtig stehen einige halbnackte Tatsachen im trüben Schein im Vordergrund, während in der ersten Hälfte immerhin ordentlich Munition verschossen wird, obgleich die meisten Einschüsse aus dem Computer stammen und explizite Gewalteinlagen wie Sägeblatt im Gesicht eher Mangelware darstellen.
Dabei muss man einige Begebenheiten als gegeben hinnehmen. Robs Schwester Raksha trägt (schon als Kind) einen Oberlippenbart, ein Android hat eine Vorliebe für kleine Tänzchen und der Held ein Problem mit einem Male Model, was sich bis zum Showdown mit kleinem Twist hinzieht. Temposzenen sind eher rar gesät und werden leider oft von einer Wackelkamera begleitet, wogegen sich andere Szenen deutlich zu lang hinziehen, wie etwa Anweisungen einer Kommandantin oder die umständliche Enthüllung eines Stoffpaketes.
Ohnehin wird der rote Faden oftmals beiseite gelassen, es gibt einige Exkurse in persönliche Gefilde, wonach Rob seinem Alter Ego als Kind begegnet, was kaum Einfluss auf die ohnehin dünne Handlung hat. Da freut man sich schon eher, wenn ein paar Schweinemenschen durch die Gegend fliegen, was eine Nebenfigur augenscheinlich per Telepathie erledigen kann, während gemästete Menschenleiber und ein Antagonist namens „Asshole“ für kleine Ekeleinlagen zuständig sind.
Dramaturgisch betrachtet, entpuppt sich der Exploitationer als Rohrkrepierer, dessen Action im Verlauf eher abnimmt, anstatt zum Finale ordentlich aufzutrumpfen. Einige Ideen sind durchaus pfiffig, doch im Gesamtkontext wird oft zu holprig erzählt und trotz der nur 79 Minuten Laufzeit stellen sich kleine Längen ein. Beinharte Trashfans können einen Blick riskieren, allen anderen sei eher abgeraten.
4,5 von 10