Review

Schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist 


Aktueller wird’s nimmer, „Richard Jewell“ ist ein heftiger Kommentar zur Cancel-Kultur, 
zudem eine schallende Schelle für Behörden und Medien in C-Dur. 

Da soll dem Mann nochmal einer vorwerfen er wäre ein rechtes Relikt, 
mit diesem Werk hat er in jedem Fall einige Quäntchen mehr als zuletzt rausgekickt. 

Über einen durchschnittlichen, etwas naiven, nicht dummen, aber dicken Typen, der fand eine Bombe und rettete Leben, 
bis FBI und Medien ihn machten zum Verdächtigen und lösten aus ein dramatisches Beben. 

„Richard Jewell“ erzählt von Vorwürfen, Macht und der Verantwortung, die mit dieser kommen sollte, 
als ob Eastwood es noch einmal krachend allen zeigen wollte. 

Grandios, ganz natürlich gespielt von Paul Walter Hauser vor allen, 
sollte diese Anklage nicht links oder rechts, sondern allen vernünftigen Menschen gefallen. 

Medien sind seitdem nur noch breiter und mächtiger geworden, 
für ihre unüberlegten, fiesen Aktionen ist schon so manch ein Unschuldiger gestorben. 

Und in der heutigen Zeit wo Beschuldigungen und Gerüchte schon einige Leben und Karrieren haben zerstört, 
sollte niemand auf diese intelligente Zirkusschelte gucken empört. 

Ruhig, besonnen, aber schon lange nicht mehr mit einer solchen Kraft und Wut im Bauch, 
beweist der alte Cowboy einmal mehr, er ist der ultimative Anti-Lauch. 

„Richard Jewell“ beleuchtet einen spannenden Fall, 
doch zeitlos macht ihn sein vorauseilender Schall. 

Wir sollten überlegen was wir sagen, schreiben, verbreiten und wen wir warum verurteilen, 
bevor wir anprangern und entscheiden sollten wir vielleicht eher mal bei den Fakten und Beweisen verweilen. 

Hamms FBI-Guy und Wilde als Zeitungsteufelchen sind zwar etwas drüber, 
dennoch scheinen einige Leute in deren Positionen heute weder neutraler, überlegter oder klüger. 

„Richard Jewell“ sollte sein warnendes Beispiel, ein weises Werk, 
Wahrheit und Fairness sollten niemals untergehen in Hysterie, Fame, Geilheit, Trägheit gestapelt als Berg. 

Fazit: Eastwoods kann’s immer noch, hat’s nie verlernt - „Richard Jewell“ ist ein richtig starker Anti-Zeitgeist-Film, eine mutige Anklage gegen Vorurteile, Faulheit und Übermächte, ein echtes Statement, wie es fast nur von Eastwood kommen kann. Und zudem noch durchweg unterhaltsam und schauspielerisch an allen Seiten veredelt. Sollte man sehen! 

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