Wäre der Film für 7 Oscars nominiert worden (Film, Drehbuch, Regie, Kamera, männliche Nebenrolle, männliche Hauptrolle, Make-Up), hätte es vermutlich einen Aufschrei gegeben, hätte er nicht wenigstens in ein paar Kategorien abgeräumt. Dass aber nicht eine einzige Nominierung herausgesprungen ist, ist fast schon ein Skandal. Man hat fast den Eindruck, als steckte hier auch eine gewisse Angst vor dem Pharmariesen DuPont dahinter, genau wie im Film. Genau wie die Titelfigur unermüdlich für die Aufdeckung eines Skandals und für Gerechtigkeit kämpft, hätte es auch bei den Awards mal eines eindeutigen Statements bedurft. Politisch ist der Film mehr als korrekt, deckt er doch ein trauriges Kapitel amerikanischer Zeitgeschichte auf. Oder will man sowas gerne mal übersehen?
Aber auch handwerklich ist hier alles erste Sahne. Tief traurig, fast schon depressiv inszeniert, stets in dunklen Farben, klasse gespielt und mit einer höchst interessanten, 100% wharen Geschichte. Lehrreich und bewegend. Sehr zu empfehlen!