Review

Drop Dead Z


Horrorfilme, in denen ein kleines Kind einen „unsichtbaren“ „Freund“ hat - puh, das klingt 2020 arg ausgelutscht. Und dennoch schafft es der simpel und doch neugierig machend betitelte „Z“ dieser meist wesentlich mieser umgesetzten Unterkategorie noch genug Gänsehaut, Kreativiät, Cleverness und Angst zu entlocken. Und vor allem Letzteres ist ab einem gewissen Alter und einer gewissen Bandbreite an gesehenen Filmen bei den meisten von uns immens schwer zu erreichen - aber „Z“ hat mich ein ums andere Mal „gekriegt“, das muss ich zugeben. Und sehr loben. Nicht derart, dass ich mir das Kissen vor's Gesicht klemmen musste (obwohl ich selbst daran mal gedacht habe!), sondern viel mehr, dass es mir eiskalt den Rücken runterlief und ich jetzt, kurz vorm Schlafengehen, ungern in die dunkle Ecke meines Zimmers gucke. „Z“ nutzt unsere Urangst vor dunklen, unheimlichen Gestalten einfach eiskalt aus und führt sie ins Extrem. Und man kann in dem familiären Schocker auch noch mehr hineinlesen. Wenn man denn will. Muss man aber nicht. Die perfekte Symbiose aus alter und neuer Herangehensweise an das Genre sozusagen. 

Wir folgen einer dreiköpfigen Familie, wo der kleine Sohn auf einmal anfängt mit (s)einem imaginären Freund „Z“ zu sprechen, sich etwas abzusondern und aggressiv zu verhalten - bis die verstörte Mutter auf einmal auch für kurze, richtig creepy Momente diesen dunklen „Freund“ sehen kann... Schon mit seinem Debüt „Still/Born“ hat Regisseur Brandon Christensen bewiesen, dass man ihn auf der Karte haben sollte. Und mit „Z“, ebenfalls wieder ein Shudder Exklusivtitel, unterstreicht er das nochmal mit Edding. „Z“ ist gehörig gruselig, braucht dafür allerdings beileibe nicht nur Jumpscares. Selbst wenn er davon ebenfalls zwei der besten der letzten Jahre (Spielhalle + Badewanne) im Petto hat. „Z“ ist erstaunlich emotional und traurig, ohne nur auf Post Horror und Metaphern zu setzen, was viele mainstreamigere, klassischere Zuschauer ja gerne mal vergraut. „Z“ hat ein famoses Monster (das er nie zu lange und zu ausgeleuchtet zeigt!) und wäre er beispielsweise Teil des „Conjuring“-Universums, dann würde er dort absolut hervorstechen und nahezu alle letzten Ableger in den Schatten stellen. „Z“ hat solide Darsteller, klasse Kamerarbeit, ein höllisch effektives Sounddesign und man fühlt einfach, dass sich Christensen auskennt und er es drauf hat. Man legt den eigenen Puls gerne in seine Hände. „Z“ ist spooky, aber nie billig. „Z“ ist intelligent, aber nie verkopft. „Z“ ist gelungen, aber ohne sich darauf etwas einzubilden. Eine simple, straighte Entdeckung für mich. Genau so, sollten Angst, Herz, Schrecken und Köpfchen Hand in Hand gehen. Vielleicht kein Meisterwerk, aber das was er macht und machen will, macht er tadellos. 

Fazit: „Z“ kombiniert extrem effektiv und creepy metaphorischen Horror ala „Babadook“ mit Gänsehaut und tief sitzenden Schocks der besten Momente von z.B. dem „Insidious“-Franchise - in meinem Buch, ein echter Gewinner! 

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