Mit Höhen und Tiefen ausgestattete Fortsetzung zu The Romancing Star (1987) im weiteren Sinne, wird zwar annähernd der Erfolg an den Kinokassen, wenn auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten – dort das Sommerpublikum, hier die chinese new year Klientel – , aber nicht wirklich der Tonfall selber und so auch nicht die Rezeption wiederholt. Das Eheste, was die beiden ersten Filme der Trilogie, bzw. mit dem versuchten, aber indirekten Neuanfang Love Is a Many Stupid Thing (2004) spät zur Tetralogie angewachsenen Reihe gemeinsam haben, ist hier noch die Übernahme dreier der Hauptdarsteller sowie eine zusammenfassende Rückblende gleich zu Beginn. Alles Andere variiert die ursprüngliche chasing girls Formel nur im Nebenher und mag keine weiteren Bezüge, vor allem nicht in der naiven bis märchenhaften Entspanntheit selber aufbauen:
Ken Lau [ Stanley Fung ], Besitzer einer kleinen Autowerkstatt, lebt zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Traffic Light [ Nat Chan ] und Mocking Face [ Eric Tsang ] in einem gemeinsamen Hochhausapartment, dass erst durch den Zuzug der drei jungen Frauen Ching Po-chu [ Elizabeth Lee ], Fong Fong [ Carina Lau ] und Ka Yin [ Aan Ling ] im Nachbarheim etwas an Glanz gewinnt. Leider werden die drei weiblichen Aspirantinnen für eine Schauspiel-, Model- und/oder Sangeskarriere nicht nur von der Anstandsdame und Managerin Sister Mui [ Wong Wan-si ] strengstens überwacht, zusätzlich sind die Mechaniker noch notorisch pleite und können auch sonst nicht allzuviel vorweisen. Die Bedingungen ändern sich, als das Trio mithilfe von Laus Neffe Lau Pai [ Andy Lau ] Karriere beim Fernsehsender Channel 9 von Mr. Chow [ Lo Hoi-pang ] machen, was aber alsbald durch die Konkurrenz Channel 8, im Besitz von Simon Hand [ Wong Jing ], in Gefahr gerät.
Bezeichnenderweise ändert sich Alles mit dem Abgang von Chow Yun-fat, der die tragende Rolle im Erstling inne und auch den größten Faktor an Charme und Sympathie für sich hatte. Chow, der hier generös noch ein Cameo und mit der bevorstehenden Hochzeit seiner Figur auch einen triftigen Grund für das Ausbleiben absolviert, hielt die Chose aus Männerfreundschaft und ihrer Belastungsprobe angesichts des Gefälles von Arm und Reich und der Schwierigkeiten von Mann und Frau noch am Meisten zusammen. Das nunmehr gesplittete Trio wird nur mühsam mit der Ausweitung des (schon zu alten) Stanley Fung als (auch noch ungünstig) Arbeitgeber der beiden übriggebliebenen Arbeitgeber ersetzt, während Neuzugang Andy Lau die Frauen in das Kino locken und für den nun fehlenden Starappeal sorgen soll.
Beide Erweiterungen sind anders als geplant allerdings nicht wirklich günstig für den positiven Effekt, stehen jetzt alle Personen mehr oder minder weder richtig selbstständig für sich und auch nicht gefestigt in einer Gruppierung dar, was den Zusammenhalt der zu groß geratenen Jungs mächtig am Ausleiern lässt. Wo zuvor das Buddy Picture in Einheit und gegenüber all den Schwierigkeiten des Lebens und des Alltags funktionierte und das Großstadtmärchen mit Träumen und Hoffungen zelebriert wird, wird hier vielmehr der Anarchie und dem Nonsense, also eher dem späten Markenzeichen der Filme von Wong Jing propagiert.
Was darstellerisch und erzählerisch im Gemeinschaftssinn und Kameradschaftsgeist fehlt, wird so an Chaos und Ungebundenheit wieder wettzumachen versucht. Teil II orientiert sich wesentlich stärker an der Absurdität des Ganzen, was zudem mit mehr Situationen, mehr Örtlichkeiten und ganz allgemein mehr Ausgang und Kommentar in die zeitgenössische Gesellschaft geliefert wird. Ob nun der Überfall in voller Bank, das Reinplatzen in eine Beerdigung der Triaden, das Durcheinander im Fernsehstudio, was erst in einer Talkshow und später noch im wilden Dreh einer Wuxia - Fernsehserie kulminiert, der Ausflug an den Strand zur milder Tageszeit; die Neuauflage wirkt wesentlich mehr in Bewegung und auch hektischer im Stil, was immerhin erfrischend in der Inszenierung, aber auf Dauer auch schon ein wenig desorganisiert, improvisiert und zuviel des Guten wirken kann.
Denn gerade die Witze sind hier teils viel zu lang schon in der Einleitung angelegt, quasi die Pointe mit Vorlauf und Ansage, teils aber auch rein auf Krawall und Gezänk gebürstet und mit nicht wirklich viel Zusammenhang im Spiel. Das Treiben im Fernsehstudio, einer Castingshow und dem Drehort einer period piece Kulisse und seinem gesamten Nebenplot erscheint erst wie willkommene Kritik und Verlachung am medialen System, aber bald bloß als willkürliches und nicht wirklich Sinn machendes Geschehen. Willkommene Hommagen / Parodien auf hier Mr. Vampire (1985), Peking Opera Blues (1986) und Prison on Fire (1987) kommen spät, sind dann aber wenigstens gescheit integriert, analysiert und absolviert. Die Witze selber sind dafür oft mit dem befürchteten Holzhammer, weder inspirierend noch anderweitig gelungen und werden mit der Anwesenheit der durchaus schicken Damenwahl, auch mal im Einteiler am Badestrand, auch nur wenig konterkariert.