Inhalt:
Hongkong 1983. Die KungFu-Schule "Wah Chiang Martial Arts Association" des Sifu Wang Hsia Yuan (Lau Kar Leung) steht vor dem Aus!
Die Schule soll abgerissen werden, um dort eine Fahrbahn zu errichten, damit die Verkehrssituation in der vom horrenden Autoaufkommen stark belasteten Kronkolonie verbessert wird!
Wang Hsia Yuan ist außer sich hinsichtlich dieser fatalen Situation seiner Schule.
Der Association stehen 5 Männer (Wong Ching Ho, Shum Lo, Lam Hak-Ming, Fung Ging-Man) als Vorstand vor, darunter auch ein Rechtsanwalt (Ku Feng).
Dieser hat an den obersten Meister der Schule, der in den U.S.A. residiert, einen Brief geschrieben. Die Antwort dazu lautet, dass die Schule an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden soll. Hierzu entsendet der oberste Meister eine Person, damit dies bewerkstelligt werden kann!
Zur Überraschung aller, ist dies eine Frau, Chan Mei Ling ("Kara" Hui Ying Hung), die Tochter des obersten Meisters!
Und diese ist selbst überrascht..., denn der Schule gehören nur noch 5 Schüler an...!
Dies sind Ah Man (Lau Kar Fei), Ah Wing (Wong Yue), Ah Shuei (Robert Mak), Ah Fat (Chang Cheng-Peng) und Ah Shing (Hsiao Ho).
Chan Mei Ling will die Schule selbstbewusst aufmöbeln, will mit verkrusteten Strukturen und Trainingsmethoden brechen..., und eine modern gehaltene, etwas provokative Werbe-Kampagne starten..., damit die neue Schule ein Erfolg wird!
Dies alles zum Unwillen von Wang Hsiao Yuan, der eine altmodische, diszipliniert-konservative, auf den Traditionen des KungFu basierende Linie fortführen will!
Er entsagt sich den neuen Methoden..., so sollen die verbliebenen 5 Schüler nunmehr als Sifus agieren...!
Die Werbe-Kampagne ist ein Erfolg..., viele junge Leute schließen sich der Schule an. Diese sind zwar schwerer zu disziplinieren..., aber auch hier beißt sich Chan Mei Ling durch...!
Zu den Schülerinnen der Schule zählen auch die Animier-Damen eines Nightclubs..., dem Ah Fai (Lam Fai-Wong) und der brutale Tang Shiang (Lung Tien-Hsiang) vorstehen. Hier wird mit mafiösen Methoden gearbeitet..., die Damen sind letztendlich Prostituierte.
Die wissen sich jetzt letztendlich zu wehren, lassen nicht mehr alles mit sich machen...!
Die Gangster, deren Ober-Boss (Johnny Wang Lung Wei) Wind von all dem bekommt..., gehen gegen die Schule vor. Es entbrennt eine Art Machtkampf..., Chan Mei Ling will sich von den Gangstern nichts gefallen lassen.
Als sie gefangen gesetzt wird, greift letztendlich auch Wang Hsiao Yuan in das Geschehen ein.
Chan Mei Ling ist wieder frei, doch geht sie weiter gegen die Gangster vor..., und nach einem weiteren Kampf wird sie wieder gefangen genommen.
Schließlich kommt es in einer Turnhalle zum entscheidenden, turbulenten Show-Down zwischen den Schülern mit Wang Hsiao Yuan sowie dem Ober-Boss und dessen Gangster-Schergen.........
Fazit:
Im Jahre 1983 drehte Star-Regisseur Lau Kar Leung diese überaus flotte, temporeiche KungFu-Action-Komödie für die Studios der Shaw Brothers..., und diese wurde seinerzeit zum Kassenschlager!
Lau setzt auf eine klare, flott umgesetzte Storyline, auf Charme und Witz in der Inszenierung..., auf ein seinerzeit modernes Ambiente..., viel Tempo und rasant-agil umgesetzte KungFu-Action mit viel Abwechslung und kernigem Drive!
Das konnte gefallen..., Lau wollte einen witzigen Film drehen, ohne große künstlerische Ambition..., einen reinen, schnellen Unterhaltungsstreifen..., ein bisschen im Stile einer KungFu-Komödie ala Jackie Chan.
Lau geht raus aus den Studios der Shaw Brothers..., setzt auf die imposante Super-City Hongkong..., ihre Häuserschluchten, ihre Disco-Nightclubs, eine Metropole die nie schläft..., und immer jedem modernen Trend folgte.
Aber typisch Lau Kar Leung..., er will auch an rasant-intensive KungFu-Action ran..., darauf legte er auch hier besonderen Wert, und so verlegt er denn seinen langen Show-Down in eine Turnhalle..., gibt diesem damit die benötigte räumliche Offenheit, und seinem Streifen ein würdiges Finale voller Drive!
"Kara" Hui Ying Hung, hier auf dem Zenit ihrer atemberaubenden Attraktivität, ist in diesem Film der Star! Sie hält die Dinge zusammen..., lässt sich nix gefallen, will die Schule aufmöbeln und ihr Umfeld animieren, sich neu aufzustellen, sich neu zu entfalten..., alles auf ein anderes, zeitgemäßeres Niveau zu bringen.
Natürlich eckt sie bei den Traditionalisten an..., für die der Betrachter aber auch ein gewisses Verständnis aufbringt. Man kann Lau Kar Leung verstehen..., der sich einer Tradition verpflichtet fühlt..., denn diese beinhaltet eben auch Disziplin..., und ohne Disziplin kann niemand denn KungFu so richtig erlernen.
"Kara"´s Figur hingegen versucht die Dinge miteinander zu verknüpfen..., Disziplin in spielerischer Form zu vermitteln. So stehen denn die Hauptfiguren in dieser KungFu-Komödie in einem gewissen Kontrast zueinander..., aber als es hart auf hart kommt..., stehen sie zusammen, und bekämpfen gemeinsam die Bösewichte!
Lau Kar Leung ist der traditionelle Sifu..., der den modernen Weg zunächst nicht mitgehen kann.
So quirlig er als Regisseur war (er ist ja leider mittlerweile verstorben)..., so agiert er auch als Darsteller..., man merkt zu jeder Zeit, wie besessen dieser Mann vom Filmemachen, von seinen Projekten war..., die er akribisch-ehrgeizig dirigierte, einen hohen Anspruch an seine Darsteller stellend, aber auch an sich selbst.
All das dringt auch bis zum Zuschauer durch..., wieder einmal. Und das macht auch diesen Film Lau Kar Leung´s sehenswert.
Die 5 Schüler..., die Rollen sind prominent und kompetent besetzt: Hsiao Ho und Wong Yue sorgen für quirligen Witz..., Chang Cheng-Peng startete Anfang der 80er für die Shaw Brothers richtig durch, und sollte auch hier für einen Schub sorgen..., Robert Mak versucht mitzuhalten..., und Lau Kar Fei ist der Star der Schüler-Gruppe!
Super-cool mit Sonnenbrille und Glatze..., und mit dem besten, technisch stärksten KungFu von allen..., absolut geil fand ich ja seine kleine Reminiszenz an den Kult-Eastern "The 36th chamber of shaolin" hier im Finale! Lau Kar Fei hebt "The Lady is the Boss" denn ungemein, wie ich finde!
Wichtig sind hier die Villains als Gegenpol..., Lung Tien Hsiang agiert mürrisch und brutal..., schlägt die Frauen, und will die Gegenseite alsbald weg vom Fenster haben.
Lam Fai-Wong ist hier ausnahmsweise mal ziemlich ernst..., aber der beste Villain ist hier natürlich einmal mehr Johnny Wang Lung Wei!
Der versteht null Spaß..., ist arrogant und lässt sich ungern in die Suppe spucken. Er verfügt über ein technisch einwandfreies KungFu..., zeigt wieder seinen sehr athletischen Stil..., und sein Duell gegen Lau Kar Leung ist auch ein stilistisches Highlight dieses Streifens hinsichtlich des KungFu. Johnny Wang Lung Wei..., für mich eine Villain-Ikone der Shaw Brothers, hier einmal mehr.
Venom-Star Sun Chien auf der Seite der Villains, Alt-Star Wong Ching Ho und Shaw-Vielfilmer Ku Feng runden das Ensemble ab..., und viele blutjunge Menschen..., viele hübsche Chinesinnen, im mondänen Hongkong der 80er, dass aus dem Schmuddel-Image der 70er raus wollte.
Wichtigstes ist die KungFu-Action..., rasant, voller Tempo und Drive, macht es Spaß zuzuschauen.
Lau Kar Leung will visuell reizvolle Action bieten..., immer neue Moves, und die Darsteller sollen ihre Agilität hier voll zum Tragen bringen!
Lau fällt auch Innovatives ein..., so ein Fight mit den damals hochmodernen BMX-Fahrrädern..., und im turbulenten Finale werden ala Jackie Chan Trampoline, Barren und Langhantel einfallsreich als "Waffen" umgenutzt!
"The Lady is the Boss"..., eine schnelle KungFu-Eastern-Komödie mit einfach-unterhaltsamer Story..., vielen Shaw-Stars, Witz und dem Charme der 80er!
Dazu viele dynamisch-agile KungFu-Action-Sequenzen ala Lau Kar Leung..., gut gemachte, lockere Unterhaltung aus den Studios der Shaw Brothers.
8,5/10.