Im Jahr 1002 wird Thors, ein ehemaliger Wikingerkrieger, heimtückisch von Söldnern getötet. Sein 6-jähriger Sohn Thorfinn, der das miterlebt, schwört Rache und schließt sich der Söldnertruppe an, um irgendwann ihren Anführer und am Tod seines Vaters schuldigen Askeladd ehrenhaft in einem Duell zu töten. Dabei wird er in die Kriege der Dänen gegen England verwickelt.
Meinung:
Was wie eine einfache Rachestory klingt, ist in Wahrheit so viel mehr. Schon die Vorlage orientiert sich an historischen Gegebenheiten, realen Figuren und einer durchaus sehr authentisch anmutenden Darstellung des rauen Lebens der Wikinger.
Durch diese Authenzität ist Vinland Saga, neben der durchaus epischen und bewegenden Rachegeschichte, vor allem eine blutige "Geschichtsstunde" im Animestil.
Und blutig ist das Treiben definitiv. In den Schlachten wird nichts beschönigt, es wird aufgespiesst, abgeschlagen und gemetzelt, da verneigt sich jedes Hollywood-Schlachten-Epos vor. Und auch wenn man natürlich einige Sachen etwas over the top inszeniert, so wird es nie zu einer klischeehaften Anime-Machtphantasie.
Aber gerade die Emotionalität der Geschichte, die politischen Verstrickungen und die kriegskritische Grundhaltung, die immer wieder durchschimmert, sorgen für genau die richtige Erdung und tragen dazu bei, dass Vinland Saga mehr als nur History-Splatter ist.
Auch der etwas realistischere, düstere Zeichenstil unterstützt die Atmosphäre und gerade in den Kampfszenen hat er genau die richtige Dynamik, um cineastisch rüberzukommen.
Kurzum:
Erstklassiger Wikingeranime, der wesentlich mehr bietet, als man anfangs denken mag. Aktuell das Beste, was es zum Thema Wikinger gibt.