Bei einem Titel wie „Alien Invasion“ erwartet man mindestens ein wenig Action in Richtung „Independence Day“ oder „Starship Troopers“, doch der spanische Regisseur Marc Carreté schlägt mit seinem zweiten Spielfilm ganz andere Wege ein. Leider.
Die angehende Journalistin Sara interessiert sich für die Verschwörungstheorien eines Alienforschers und begibt sich in ein Waldgebiet, in dem vor Jahrzehnten Außerirdische notgelandet sein sollen. Mithilfe des Rangers Joe erkundet sie eine verwaiste Kaserne, als sich eine unberechenbare Bedrohung offenbart…
Die Exposition mit einer jungen Frau während ihrer Flucht im Wald könnte kaum klassischer ausfallen, doch als sich das Geschehen auf die Ausführungen des UFO-Forschers konzentriert, der vor der Kamera allerlei Quatsch absondert, während die überstrapazierten Farbfilter wahllos zwischen Grün und blau wechseln, macht sich rasch Ernüchterung breit. Denn sinnentleertes Gesabbel vor laufender Kamera ist ein probates Mittel, um aufkommende Spannung im Keim zu ersticken.
Als Sara mit dem Ranger im Wald verschwindet, während ein Polizist neben einer Frauenleiche in einem Flussbett steht und ebenfalls nur Blödsinn labert, schleichen sich bereits die ersten Durchhänger ein. Die unbeholfen gefilmte Egoperspektive der Bedrohung macht es nicht besser und es benötigt rund zwanzig Minuten, bis das erste Alien im Hintergrund durchs Bild huscht.
Die Mauern der verwaisten Kaserne im Wald lassen auf ein unheimliches Ambiente im Innern hoffen, doch weit gefehlt. Austauschbare Gänge und ein Minimum an Requisiten verschaffen kaum Abwechslung, zudem tendiert die Action gegen Null. Selbst eine Flucht ist so ungelenk in Szene gesetzt, dass auch hier keine Spannung aufkommt. Überdies baut man zu keiner Figur eine empathische Beziehung auf, zumal Nebenfiguren kommen und gehen und eine konkrete Bedrohung lange außen vor bleibt.
Als die schlaksigen Aliens im Verlauf eine etwas genauere Form annehmen, wundern die unterdurchschnittlichen CGI kaum. Die schnellen Bewegungen aus der Distanz oder ein Huschen an der Decke sind noch okay umgesetzt, doch sobald eines der Viecher etwas mehr Zeit bei der Fortbewegung benötigt, werden die Mankos der schwachen Animation vollends sichtbar. Auch in Sachen Blutvergießen hält sich die Chose zurück. Bis auf einen offenen Bauch ist nicht mehr auszumachen, wodurch eine FSK16 locker gerechtfertigt ist.
So gibt es den einen oder anderen Exkurs zu Forschern der ehemaligen Militäranlage, ein Telefonat zwischen Sara und Mutter stellt die unnötigste Szene der komplette Chose dar und bezogen auf den Alternativtitel „After the Lethargie“ fragt man sich schlaftrunken, wann diese denn endlich beendet sei, denn allzu ereignisreich gestalten sich die gerade einmal 81 Minuten nicht. Da retten auch zwei minimale Twists gegen Finale nicht mehr viel.
Langweilig, uninspiriert und unspektakulär gestaltet sich das Treiben rund um Aliens, eine Fruchtbarkeitstheorie und dumm handelnde Cops. Sofern die Mimen nicht dem Overacting frönen, liefern sie hölzerne Darbietungen ab, der Score fällt rein gar nicht auf und das Setting könnte kaum austauschbarer ausfallen, während die schwach inszenierten Aliens zu keiner Zeit Suspense erzeugen.
3 von 10