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Vorbei schien die Zeit der gelungenen Parodien zu sein, da der Markt in den vergangenen Jahren mit Werken von Friedberg/Seltzer dominiert wurde, welche oft nicht über das Niveau von Pippi-Kacka-Witzen hinauskamen. Der israelische Autor und Regisseur Alon Gur Arye schwört indes auf die Streifen von Zucker/Abrahams und konnte sogar David Zucker als kreativen Berater gewinnen, was der Produktion deutlich anzumerken ist.

Nachdem Guy (Tsahi Halevi) vor drei Jahren einen Einsatz vergeigte, arbeitet der ehemalige Mossad-Agent als Aufpasser bei Hüpfburgen. Als ein amerikanischer Milliardär in Jerusalem entführt wird, sieht er seine Chance gekommen, seinen Ruf zu rehabilitieren. Gemeinsam mit der CIA-Agentin Linda (Efrat Dor) begibt er sich auf die Suche nach den Drahtziehern…

„Hier, meine Visitenkarte.“„Aber da steht nichts drauf.“ „Ich bin Geheimagent.“
Die Agentenparodie feuert bereits in den ersten Minuten aus allen Rohren und ballert Gags im Fünf-Sekunden-Takt heraus, noch bevor die Credits erscheinen. Die Handlung verkommt dabei beinahe zur Nebensache und bindet zur Halbzeit einige Nebenhandlungsstränge zuviel ein, wodurch im Verlauf eine leichte Übersättigung entsteht. Zumal einige Elemente, wie der Aaron-Man, ein reanimierter Kollege von Guy, der als Roboter ein Faible für Waschmaschinen entwickelt, eher doof als lustig erscheinen.

Ansonsten gibt es eine Menge Slapstick, viele Zweideutigkeiten und einige Wortspiele, welche die nicht so dolle Synchro oft nur hölzern rüberbringt. Manche Momente ergeben sich beinahe im Vorbeigehen oder im Hintergrund wie ein stattliches Gebäude mit goldenem Schriftzug „Very expensive Hotel“. Auch die vierte Dimension wird zuweilen durchbrochen, etwa, als Komparsen übrig sind oder über die Kosten der Produktion gesprochen wird. Hauptdarsteller Halevi kann natürlich, schon rein altersbedingt, keinen Leslie Nielsen ersetzen, doch er müht sich redlich, einen seriösen Agenten abzugeben, der in regelmäßigen Abständen ins Fettnäpfchen tritt.

Der Vergleich zu „Die nackte Kanone“ liegt somit nahe, doch trotz hoher Gagdichte gehen folgerichtig einige Witze daneben, obgleich zu keiner Zeit unter die Gürtellinie gegriffen wird.
Dennoch ergibt sich ein oftmals turbulenter Spaß mit herrlich absurden Momenten, was zumeist von effektivem Timing und grundsolider Inszenierung begleitet wird. Wer auf Humor in Richtung „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ steht, dem dürften 95 Minuten freudige Unterhaltung garantiert sein.
Knapp
8 von 10

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