Bei einem Horrorfilm aus Südafrika ist es durchaus nahe liegend, sich auf entsprechende Folklore und Mythen zu konzentrieren, während die exotische Kulisse für Atmosphäre sorgen soll. Das funktioniert beim Regiedebüt von Harold Hölscher allerdings nur bedingt, zumal sein Horrordrama lediglich an Oberflächen kratzt.
Südafrika 1977: William (Garth Breytenbach) zieht mit Frau Sarah (Inge Beckmann) und der zehnjährigen Adoptivtochter Mary (Keita Luna) auf die abgelegene Farm seines verstorbenen Vaters. Beim Reparieren des Generators hilft der einheimische Lazarus (Tshamano Sebe) aus, der fortan mithilft und in der angrenzenden Scheune übernachten darf. Doch die positive Beziehung zu Mary scheint nur ein Vorwand, denn der alte Mann ist mit finsteren Dämonen im Bunde…
Die titelgebende Acht steht als Symbol für die Unendlichkeit und des ewigen Kreislaufs, denn „Leben ist Tod und Tod ist Leben“. Dass das musikalische Hauptthema die ersten acht Töne von Smetanas „Moldau“ aufgreift, mag demgegenüber einem Zufall geschuldet sein.
Früh wird enthüllt, dass Lazarus seine Tochter bei einem Feuer verlor und daraufhin einen Pakt mit dem Teufel schürte, - ein bekanntes Motiv, weit über die Grenzen Südafrikas hinaus. Leider bleiben die Figuren eher schwach gezeichnet, Hintergründe über die familiäre Situation werden allenfalls stichwortartig geliefert und auch die Beweggründe Lazarus` werden nur unzureichend skizziert.
Auf Schockmomente oder gar Gewaltspitzen wartet man indes vergebens. Zwar huscht mal eine dämonische Erscheinung durch den Hintergrund, doch jump scares bleiben aus und auch die Effekte halten sich in Grenzen. Entsprechend bilden spannende Momente Mangelware, wogegen einige zwischenmenschliche Szenen durchaus überzeugend in Szene gesetzt sind, zumal der Hintergrund mit den Einheimischen im angrenzenden Dorf für einige atmosphärische Spitzen sorgt.
Leider dümpelt die Handlung über weite Strecken weitgehend ereignisarm vor sich hin, während ausgedehnt ruhige Passagen auf Dauer viel Geduld erfordern. Dank der soliden (Keita Luna) bis zu den starken (Tshamano Sebe) Performances funktioniert das Zusammenspiel recht gut, doch für ein leichtes Gruseln wird gegen Ende allenfalls in Ansätzen gesorgt. Wobei den dämonisch anmutenden Fratzen wenig Innovatives mitschwingt.
Die teils bedrückende Atmosphäre, einige effektiv eingefangene Landschaftsansichten und die treffend besetzten Mimen stehen einer Story gegenüber, die dem Genre wenig bis gar nichts Neues beimengt und zu selten Suspense zutage fördert. Tshamano Sebe hält die Angelegenheit mit seiner starken Präsenz zusammen, der Rest bildet uninspirierte Routine in einer deutlich zu ruhigen Erzählweise.
Knapp
5 von 10