Danielle Bretons (Margot Kidder) Liebhaber (Lisle Wilson) wird nach einer Liebesnacht mit ihr bestialisch ermordet. Eine Reporterin (Jennifer Salt) beobachtet die Tat durchs Fenster und forscht nach: Hat Danielles eifersüchtige Zwillingsschwester (ebenfalls Kidder), die einst von ihr getrennt wurde, um ihrem Beziehungsglück nicht im Wege zu stehen, die Bluttat begangen?
Nach alter Schule entwirft Brian de Palma seine Figuren zuallererst als Stellvertreter menschlicher Urmerkmale wie Verlangen und Eifersucht, Wissbegierde und Verdrängung, Wohltätigkeit und Eigennutz. Mit einer Mischung aus absurdem Witz und jähen Gewaltausbrüchen spürt er den Unwägbarkeiten des Lebens nach, die selbst den gewieftesten Lebenskünstlern unweigerlich einen Strich durch die Rechnung machen. Die wahrhaft grauenerregende Fabel von den gewaltsam getrennten Zwillingen, die unter den schweren Folgen eines unrechtmäßigen Eingriffs zu leiden haben, ruft die unliebsame Gewissheit ins Gedächtnis, dass die Glück erzwingende Tat nur unaufhaltsames Unheil heraufbeschwört, das den Beteiligten wie ein Fluch anhaftet. Bereits in dieser frühen Arbeit verweist de Palma in vielfacher Hinsicht auf Hitchcock, arbeitet mit virtuosen Bildteilungen und nähert sich stilistisch wie erzählerisch dem italienischen Thriller an.