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Einer der Filme von De Palma, die ihm den Ruf einbrachten, ein Hitchcock-Imitator zu sein. Ohne Zweifel stecken da so einige Einflüsse vom Onkel Alfred mit drin, z.B. das Motiv der gespaltenen Persönlichkeit inklusive der bösen Stimme eines längst verstorbenen Blutsverwandten wie in PSYCHO und die Beobachtung eines Mordes aus der Entfernung der anderen Straßenseite wie in DAS FENSTER ZUM HOF. Auch die Ermordung einer vermeintlichen Hauptfigur nach nur einer halben Stunde kennt man doch von irgendwoher, auch wenn das blutige Abstechen des sympathischen Akteurs anno 1972 sicherlich immer noch das Publikum schockte. Es sind aber auch innovative Ansätze zu erkennen wie der gekonnte und sinnvolle Einsatz der Split Screen Technik. Leider nimmt die breit gewalzte Begehung des Tatorts viel Fahrt aus dem Film und das Gute-Schwester-böse-Schwester-Spiel hätte gerne expliziter sein dürfen.