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Ein typischer Wong-Jing-Genre-Mix, welcher unbedarfte Gemüter vor den Kopf stoßen dürfte. Der Streifen beginnt zur Zeit des 2. Weltkriegs, als die Japaner Hongkong angreifen. Benny (Andy Lau) flieht mit seinem Kumpel Kwok (Alex Man) nach Macau, wo sie bald für einen reichen Casino-Besitzer arbeiten. Benny verguckt sich in die schüchterne Mei (Chingmy Yau), die tagtäglich von ihrer fiesen Stiefschwester gequält wird, was schließlich in einer echten Whatthefuck-Szene völlig eskaliert. Benny & Kwok arbeiten sich in der Firma langsam hoch, was ihren Kollegen Wong (Paul Chun) & Fu (Wilson Lam) gegen den Strich geht, die alles tun, um die beiden in die Scheiße zu reiten. Verkompliziert wird die Sache noch durch Vivian (Joey Wong), einst Bennys Herzblatt, jetzt an der Seite von Fu.

Casino Tycoon läuft 130 Minuten lang & ist prall gefüllt mit allerlei Zeuch. Es geht um Glücksspiel, Rivalität, Liebe, Intrigen, Freundschaft & um die Karriere des Haupt-Protagonisten, der es von ganz unten nach ganz oben schaffen will. Ruchlose Gangster wollen das verhindern, Piraten mischen kurz mal mit & einen Abstecher in den Knast gibt es ebenfalls zu vermelden. Es gibt etwas Komödie (nicht viel & auch nicht wirklich lustig), etwas Action (nicht unblutig & streckenweise haarsträubend brutal), eine Romanze (sehr süß) & allen voran ganz großes (Melo-)Drama, was den Film zu einer emotionalen Achterbahnfahrt macht. Zwar ist das alles so beliebig & holprig erzählt, dass es eigentlich gar nicht funktionieren dürfte, aber es funktioniert trotzdem & das auch noch ziemlich gut.

Wong Jing hält das Tempo hoch, es ist fast immer was los & die Protagonisten sind ausreichend charakterisiert, damit sie einem nicht ganz egal sind. Die Antagonisten erfüllen ihren Zweck. Die sind zwar eindimensional bis zum Abwinken, brachten mein Blut mit ihrer nicht enden wollenden Bösartigkeit & ihren abscheulichen Aktionen dennoch zum Kochen. Spätestens wenn die hochschwangere Mei in der Kirche brutal verprügelt & im Weihwasserbecken fast ersäuft wird, möchte man die Drecksäcke einfach nur tot sehen. Beim Over-the-Top-Finale bleibt offen, ob Wong Jing das wirklich ernst gemeint hat oder nicht. Trotz der beachtlichen Laufzeit also ein erstaunlich kurzweiliger Cocktail, der gar nicht schlecht schmeckt.

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