Die Schlange im Regenbogen ist nun weiß Gott kein typischer Wes Craven Streifen. Wer hier die für ihn typische Horror/Comedy Schlachtplatte a la Scream oder Nightmare on Elm Street erwartet ist diesmal in den falschen Zug eingestiegen. Streng genommen handelt es sich hier nicht mal um einen Horrorfilm, sondern mehr um einen wohlrecherchierten Okkultthriller, bei es sich zwar um den Vorgang der Zombifikation dreht, aber die Zombies sind hier eher die bedauernswerten, verwirrten Opfer, die ihrem Meister zu Gehorsam verpflichtet sind (wie wohl auch in der Realität entsprechend, soweit ich das beurteilen kann). Dies kommt dem Film aber auch zu Gute, statt dem Standard Untotengemetzel, geht es Craven mehr um spannenden Realismus, auch vor dem Hintergrund der schwierigen politischen Lage auf Haiti. Bill Pullman schlägt sich hier solide durch die Hauptrolle, überhaupt ist alles sehr professionell gemacht, Schauspieler, Kamera, Sets und die Originaldrehschauplätze können allesamt überzeugen. Kritisch anzumerken sind zwar einige Langatmigkeiten besonders zu Begonn, trotzdem bleibt ein insgesamt spannender Thriller, den man weiterempfehlen kann.
6/10