Von Netflix, dem Seelenloslieferanten schnell runtergekurbelter Produktionen für Dauer TV-Glotzer, halte ich generell nichts.
Hier hab ich mal reingeschaut da die Videospiele "The Witcher 2 & 3" echt dufte waren, und ich gerade mit Teil 3 viel Zeit verbracht habe. Die Romane sind mir allerdings unbekannt.
Und da "The Witcher 3" erfolgeicher als die Bücher war (es die Verkauszahlen der Bücher sogar schmälerte wie Author Sapkowski verlauten ließ) hat man sich rein optisch sichtlich am 2015'er Videospiel orientiert um wohl auch effizienter Moneten scheffeln zu können. Die Geschichte ist hier allerdings früher angesetzt.
Leider ist vom Schmutz & Dreck der mutmaßlichen Vorlage nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil. Wie typisch für diese Art von Netflix-Schnellschuss agieren bildhübsche Teenies & Models im eigentlich düsteren sowie menschenfeindlichen Fantasy-Mittelalter. Fiese Herrscher sehen aus wie grinsende Beauty Cover Models und die Inneneinrichtungen der einst schmierigen Kneipen besitzen jetzt den Charme von Emmas Bierstube bei mir um die Ecke.
Henry Cavill als Geralt legt ein emotionsloses Dreinblickgesicht auf, ist nie bei der Sache und nervt mit aufgesetztem Getue.
Aus der besonnenen Coolness des Hexers ist ein schnöde faselnder Besserwisser geworden, der wie auf Teufel komm raus mit belehrenden Sprüchen ständig seinem Gegenüber ins Wort fällt.
Während den Versuchen politische Zusammenhänge der Hexer-Welt zu erklären, werden oft vollkommen wahllos Städte, Namen & Schauplätze zitiert, den Machern der Serie scheinbar egal ob man als Zuschauer bereits mit einer der Vorlagen vertraut ist. Der Fanboy wird's schon schnallen. Die Erzählung wird ratztfatz runtergekurbelt, hat null Gespür für eine interessante Entwicklung.