Luigi Bazzoni hat nicht viele Filme gedreht, jedoch befinden sich darunter zwei höchst ungewöhnliche „Gialli“. Im surrealen Mystery-Thriller LE ORME (FOOTSTEPS ON THE MOON) träumt eine ziellos in einem Badeort umherirrende Frau von Astronauten. THE FIFTH CORD wäre inhaltlich eigentlich besser mit THE FIFTH FINGER betitelt und lehnt sich im Original mit dem Titel „Ein schwarzer Tag für den Widder“ deutlich an Dario Argentos Tiertrilogie an. Von dessen Debut THE BIRD WITH THE CRYSTAL PLUMAGE übernimmt der Film auch den Journalisten als Protagonisten. Wobei der von Franco Nero gespielte „Andrea Bild“ (sic) hier nicht nur Ermittler sondern gleichzeitig auch Verdächtiger ist, was aber nicht viel sagen muss, denn verdächtig ist hier so ziemlich jede/r.
Einen Helden bietet uns der Film nicht an, Andrea ist eine massiv unsympathische Hauptfigur, die trinkt und Frauen schlägt. Der Look des Films ist düster, kalt und trübe, mit der prominent abgefilmten Betonarchitektur nimmt Bazzi hier fast schon die Atmosphäre von Argentos TENEBRAE vorweg.
Die Inszenierung ist ansonsten vergleichsweise zahm, die Morde sind sehr unspektakulär inszeniert, auch wenn so ziemlich alle Elemente eines typischen Giallos vorhanden sind, inklusive langer subjektiver Kamerafahrten, schneller Schnitte und schwarzer Handschuhe, dazu lässt Ennio Morricone ordentlich orgeln.
Leider finden sich auch die negativen Aspekte des Genres wieder: es gibt deutlich zu viel Personal, zu viele Fährten und eine zu konstruierte Auflösung, so dass sich ein Mitraten im Grunde erübrigt. Eher ein interessanter als ein guter Giallo.