Roy Schneider ist bestimmt einer der beliebtesten B-Movie-Darsteller überhaupt. Für die ganz großen Rollen hat es nur selten gereicht, sieht man einmal vom Spielberg-Klassiker "Der weisse Hai" als bestes Beispiel ab, in kleineren Produktionen trat er dafür um so öfter auf und war auch unter den B-Movie-Freunden recht beliebt. Mit "Final Game" haben wir hier nun einen seiner eher unbekannteren Werke. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem spannenden Filmchen aus, doch am Ende bleibt leider nur ein mäßiger Killer-Thriller übrig.
In "Final Game" geht es um einen Serien-Mörder, der, in einem Vergnügungspark, jedesmal eine Frau aufs brutalste abschlachtet, wenn die Astros, eine Football-Mannschaft, einen Sieg nach Hause tragen. Das Motiv ist natürlich unbekannt, der Täter ebenfalls. Also macht sich Cop Mike (Schneider) auf, die Sache zu lösen. Bis eines Tages seine junge Frau Roxy in das Visier des Killers gelangt. Schnell stellt der Zuschauer fest, dass es sich hierbei eigentlich um eine ganz typische 08/15-Killergeschichte handelt, die es in ähnlicher Form schon X-Mal irgendwo gab. Ein Killer, ein Cop, junge weibliche Opfer, ja das hat man auf der Leinwand nicht selten gesehen. Logik und Tiefe werden dabei natürlich ebenso vermisst, wie überzeugende Charaktere. Kurz gesagt, der typische Stoff für einen x-beliebigen B-Movie-Thriller.
Das Einzige was hier vielleicht etwas ungewöhnlich anmutet, sind die mitunter sehr harten Morde, die dann doch fast schon an Slasher-Movies erinnern. Der Killer bringt seine Opfer vorzugsweise mit seiner scharfen Hakenhand um und geht dabei nicht gerade zimperlich mit ihnen um. Der Zuschauer kriegt die Ergebnisse seines tun dann ohne Wenn und Aber mitgeteilt, was nicht selten mit aufgerissenen Hälse etc. von statten geht. Dazu sind die Mordszenen auch allesamt mit einem recht stimmigen Score unterlegt worden und ins rechte Licht gerückt, so dass mitunter eine eisige Atmosphäre aufkommt, wenn der Killer zuschlägt. Leider sind diese, wenigen, Szenen aber auch das Einzige was hier wirklich überzeugen will.
Ansonsten wird nämlich leider nicht viel geboten. Die Jagd nach dem Killer und seinem Motiv ist mehr schleppend als spannend geraten und verheddert sich zudem immer wieder unmotiviert wirkende, lange Dialoge. Wirklich spannend wird es höchst selten und auch sonst kann kaum garantiert werden, dass man bei dem drögen Gedöns nicht einschläft. Zudem wurde leider auch nur in den Mord-Szenen auf eine Musikuntermahlung wert gelegt, ansonsten herrscht stehts absolute Stille. Im großen und ganzen also eher ne Schlaftablette, als ein Thriller!
Und das es dabei bleibt, dafür sorgen zudem die lustlosen Darstellerleistungen. Roy Schneider agiert hier wirklich so gelangweilt, wie noch nie, so dass es wirklich keinerlei Spaß macht, ihm bei seiner Arbeit zuzusehen. Karen Young macht da, als seine zwanzig Jahre jüngere Freundin Roxy, schon eine wesentlich bessere Figur, kann aber unterm Strich auch nicht wirklich etwas rausreißen. Und auch alle anderen Darsteller hat man schon hier und da besser erlebt. Da hätte mehr kommen können!
Fazit: Allenfalls mäßig ausgefallenes Killer-Filmchen, dass einen zwar schon durch die Story auf ein B-Movie-Erlebnis einstellt, aber dann leider dennoch nur in den wenigen Mordszenen, aufgrund der Härte und der guten Inszenierung dieser Szenen, zu überzeugen mag. Ansonsten wird einem ein recht träger und unmotivierter Streifen geboten, der zudem auch nur mit sehr müden Darsteller-Leistungen aufwarten mag. Fans von Roy Schneider dürfen zwar sicher trotzdem mal reinschauen, alle anderen haben aber definitiv nichts verpasst!
Wertung: 4,5+/10 Punkte