Ganz so dunkel sind die Lichter im vierten Horrorfilm von Regisseur Padraig Reynolds zwar nicht ausgefallen, doch dessen Story erinnert frappierend an den ein Jahr zuvor erschienen „Devil's Gate“. Die Geschichte spielt zunächst mit einigen Versatzstücken, um im dritten Akt die Monsterkeule auszupacken.
Nach der Trennung von ihrem Mann zieht Annie (Jessica Madsen) mit ihrer Tochter Emily ins weit abgelegene Landhaus ihrer Eltern. Bereits in der ersten Nacht dringen unerklärliche Geräusche durch die Wände, während im angrenzenden Maisfeld Lichtkegel zu sehen sind. Kurz darauf verschwindet Emily spurlos und so muss Annie sprichwörtlich Licht ins Dunkel bringen…
Die Erzählung hantiert im ersten Drittel mit zwei Zeitebenen, was unnötig Verwirrung stiftet und den Fluss regelmäßig ausbremst. Auf der anderen Seite schürt das Setting eine ordentlich düstere Atmosphäre, zumal das uralte Farmhaus im Nirgendwo nicht sonderlich einladend aussieht. Auch die Inneneinrichtung mit internem Fahrstuhl und holzwurmstichigen Möbeln suggeriert eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert, - da wundert ein Internetzugang umso mehr.
Nachdem eine taugliche Gruselatmosphäre mit einer Handvoll jump scares und dazugehörigen, etwas zu lauten Soundeffekten etabliert wird, läuft die Geschichte im Mittelteil etwas aus dem Ruder und hantiert mit einigen arg konstruierten Gegebenheiten wie einem Unfall und dem Aufsuchen eines Spezialisten für humanoide Lebensformen, dessen Domizil als Verschwörungstheoretiker allerdings recht detailreich ausgestattet ist.
Die Monster erinnern final an eine Mixtur der Kreaturen aus „The Descent“ und dem „Schrecken vom Amazonas“, mit einem altmodischen Ganzkörperkostüm und einer fahlen Lichtkugel an der Stelle, wo normalerweise Nase und Augen befindlich sind. Für allzu viel Blutvergießen sorgen die Viecher nicht, es wird ab und an etwas angeknabbert und es gibt einige Fleischwunden infolge einiger Krallenhiebe.
Darstellerisch kommt die Chose kaum über zweckdienliches Mittelmaß hinaus und auch der Score vermag keine Akzente zu setzten, obgleich er beim recht temporeichen Finale passabel antreibt. Dagegen arbeitet die Kamera deutlich versierter und sorgt ab und an für atmosphärisch dichte Momentaufnahmen, während sich spannende oder gar mitreißende Szenen eher in Grenzen halten. Für eine einmalige Sichtung okay, sonderlich erinnerungswürdig fällt „Dark Light“ hingegen nicht aus.
Knapp
6 von 10