Review

Abwärts ab Hollywood


„Downhill“ heißt das ziemlich untergegangene Remake der europäischen Produktion „Höhere Gewalt“ von 2014. In diesem etwas verwässerten Aufguss der Traumfabrik schlüpfen Will Ferrell und Julia Louis-Dreyfus in die Rollen von Frau und Mann, die mit ihren zwei Kindern im Skiurlaub in Ischgl sind. Doch aus dem anfangs noch recht harmonischen Trip wird schnell ein Chaos der Gefühle, Geschlechterrollen und Gemeinheiten, nachdem der Herr im Haus während eines Beinahe-Lawinenunfalls ganz allein und feige die Flucht ergreift…

Weder mit der Eleganz noch der Intelligenz oder dem Understatement des Originals kann „Downhill“ auch nur ansatzweise mithalten. Eigentlich kann man nur absolut jedem eindringlich „Turist“ statt „Downhill“ empfehlen. Den Vergleich verlieren Ferrell und Co. auf nahezu jeder Ebene. Abgesehen vielleicht vom Zug und Tempo des Dargebotenen. Fans des Originals werden hier jedoch fast genauso enttäuscht weggehen wie Mainstreamgucker, die eine ganz normale Ferrell-Komödie erwarten. Beides kann nur in die Hose gehen. Und dennoch hat auch „Downhill“ seine Momente und Stärken. Er teilt die A-Karte wesentlich grauzoniger unter dem Ehepaar auf (was man auch als fettes Minus sehen kann). Er geht gerade einmal 80 Minuten und kommt doch einigermaßen zum Punkt. Ferrell und Dreyfus haben durchaus Chemie. Und die grundsätzlichen Fragen bzw. das Konzept bleiben unangefochten gut. Nur ist die Umsetzung hier eben eher zweitklassig und gleicht manchmal gar einer unangenehmen Hubbelpiste. Und das nicht aus den beabsichtigen, korrekten Gründen. Allein die unfassbar comichafte Hotelbesitzerin als laufendes Klischee oder die Beinahe-Liaison mit dem italienischen Skilehrer sind echte Lowlights. 

Fazit: die Grundidee bleibt clever und facettenreich genug. Über Mut, Männlichkeit und Urinstinkte. Und dennoch kauft das Original diesem viel platteren und weicheren Remake in jeder Beziehung den Schneid ab. Das hier ist die blaue Piste. „Force Majeure“ eine deutlich schwarze. 

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