Die Investigativ-Journalistin Elena McMahon (Anne Hathaway) beschäftigt sich Anfang der Achtziger Jahre mit der US-Unterstützung der Militärregierung von El Salvador - deren schmutzigen Krieg gegen Oppositionelle konnte sie bereits hautnah vor Ort mitverfolgen, als sie - wir schreiben inzwischen 1984 - über ihren Vater Dick (Willem Dafoe) auf eine heiße Spur zu illegalen Waffengeschäften gerät. Der großsprecherisch auftretende Dick ist pikanterweise jedoch ein Profiteur jener Schiebereien und möchte sich mit diesem "letzten Deal" noch einmal einen finanziellen Polster für den bevorstehenden Ruhestand verschaffen - allein schafft er es nicht, daher bittet er seine Tochter darum, nach Mittelamerika zu fliegen und das Geld mitzubringen, was diese auch tut, allein schon deswegen, um weiteres Material gegen die Reagan-Regierung zu bekommen. Allerdings läuft das Geschäft nicht so wie vermutet, denn für die Waffen gibt es nicht etwa bündelweise Scheinchen, sondern päckchenweise Rauschgift...
Mit einer ordentlichen Darsteller-Riege (Hathaway, Dafoe und Ben Affleck als US-Diplomat) und einem an sich interessanten Thema hätte The Last Thing He Wanted eigentlich ein spannender Thriller werden können, leider jedoch nützt das alles nichts, wenn es kein vernünftiges Drehbuch gibt. Ein solches scheint nur lückenhaft vorhanden gewesen zu sein, anders kann man sich den konfusen und unlogischen Fortgang der Geschichte nicht erklären. Spätestens nach einer halben Stunde fragt man sich, um was es hier eigentlich noch geht, nachdem der Film mit pseudo-dokumentarischen Szenen vom Überfall einer Todesschwadron, mit heimlichen Waffenlieferungen auf LKWs und einem als leicht benebeltem Grandseigneur auftretenden Willem Dafoe vielversprechend gestartet war. Dann aber werden die Logiklöcher immer größer...
Elena nimmt statt des Koffers voller Stoff nur ein Päckchen heraus, steckt es ein und stellt den vermeintlichen Anführer der Waffen-Empfänger zur Rede. Der nimmt sie in seinem Jeep mitten in den Urwald mit. Nachdem Elena vorher noch schnell ein paar Fotos von exerzierenden jungen Männern in Kampfanzügen gemacht hat, schmeißt sie den Fahrer unterwegs kurzerhand raus und fährt allein weiter. Wieso und weshalb und woher sie sich in der Gegend dort auskennt, bleibt ein Rätsel. Sie erreicht dann nachts die nächstgrößere Stadt und logiert in einem Hotel, von wo aus sie mit einem geheimnisvollen Mittelsmann in den Staaten telefoniert. Als wäre es nicht schon konfus genug, folgen immer nur kleine Puzzlestückchen, auf die man sich einfach keinen Reim machen kann. Vater Dick, der tatsächlich schon leicht senil geworden scheint, ist ihr keine große Hilfe, dafür darf sie später mit gefälschtem Pass ausreisen. In einem luxuriösen Feriendomizil, wo sie abwarten muß, lernt sie dessen Besitzer kennen, einen tuntigen ex-, ja was eigentlich? Auch diese Truman Capote-artige Figur, neben anderen eingeführt, hat null Bezug zur Geschichte und bringt die Story keinen Millimeter weiter. Sonst noch was? Ja, Elena hat die linke Brust amputiert bekommen. Und Ben Affleck als republikanische graue Eminenz im Hintergrund hat auch den einen oder anderen Kurzauftritt.
The Last Thing He Wanted könnte man frei mit Sein letzter Wille übersetzen, vielleicht ist aber doch die wörtliche deutsche Übersetzung Das Letzte, was er wollte, passender. Passender für den sich verschaukelt vorkommenden Zuschauer, denn diese Netflix-Produktion ist ein durch und durch sinnloser Streifen, den nur ein passabler Score und eine untadelige Kamera-Arbeit vor der niedrigsten Wertung rettet. 2 Punkte.